Filmtipp #225 bis #231: Lilo Pulver zum 85.

Fassbinder, seines Zeichens selbst ein überbewerteter Fließband-Filmemacher, schimpfte in den 1970ern, Liselotte Pulver sei »eine Knallmimin«. Ihr Selbstverständnis als Schauspielerin — »Das Wichtigste ist, auf Knopfdruck lachen oder weinen zu können.« — ist ganz bestimmt nicht jedermanns Sache, und charakterfest war sie in ihren Darstellungen gewiss nicht. Trotzdem, und das muss man ihr hoch anrechnen, hatte sie das Glück oder das Gespür, in den besten deutschsprachigen Kinoproduktionen der 1950er spielen zu dürfen. Ihre Filme ragen aus dem Einheitsbrei von kümmerlichen Heimat- und Revuefilmen, die heute kaum mehr zu ertragen sind, wohltuend heraus. Ob es nun an ihr lag oder an den pfiffigen Autoren und Regisseuren, lässt sich vermutlich nicht mehr erörtern, und letztlich ist es auch schnuppe: Wenn man beim Zappen über einen Film mit Lilo Pulver stolpert, kann man ihn sich getrost angucken und ist immer bestens unterhalten; bis 1967 drehte sie eigentlich keinen schlechten.
Heute wird Lilo Pulver 85 Jahre alt. Wenn ich an sie denke, kommt mir zuerst die »Sesamstraße« in den Sinn, ein geliebtes Kindheitsrelikt. Mit Kurt Hoffmann, einem der versiertesten Unterhaltungsregisseure des Nachkriegskinos, drehte sie nicht weniger als zehn Filme. Zu Lebzeiten wurde Hoffmann wenig gewürdigt, er drehte ja »nur« Komödien, und die leichte Muse war (und ist) bei der hiesigen Kritikerschar eher verpönt. Für Lilo Pulver schrieb er eine Reihe charmant-witziger Rollen. Hierzulande war sie eine Art Pendant zu Audrey Hepburn, ein wenig knabenhaft — sie spielte damals viele »Hosenrollen« — und frech; definitiv keine Sexbombe, die sie so gerne einmal gespielt hätte. Im französischen Kino schien man ihr mehr zuzutrauen. So war sie beispielsweise 1966 unter Jacques Rivettes Ägide als lesbische Äbtissin in dem kontrovers diskutierten Nonnen-Drama »Suzanne Simonin, la Religieuse de Diderot« zu sehen. Ferner entstanden eine Dostojewski-Verfilmung mit Gérard Philipe, ein Psychothriller mit Juliette Gréco sowie ein Abenteuerfilm mit Jean Marais, und in »Lafayette« (Regie: Jean Dréville) spielte sie sogar Marie Antoinette. Der Sprung nach Hollywood gelang ihr leider nicht so ganz. Ihr US-Debüt, Douglas Sirks opulenter Antikriegsfilm A Time to Love and a Time to Die, war ein Flop, ebenso Billy Wilders »One, Two, Three« (1961). (Beide Filme sollten erst über 20 Jahre später als Meisterwerke wiederentdeckt werden.) Bei drei großen Hollywood-Produktionen musste sie passen, weil sie bereits Vertragsverpflichtungen in Deutschland hatte: »Wenn ich nur 14 Tage nichts zu tun hatte, wurde ich unruhig und deckte mich mit Verträgen ein«, erzählte sie 2001 Jörn Jacob Rohwer. Dank ihrer Unruhe verpasste sie ihre Chancen auf dem internationalen Markt: In »Ben Hur« (Regie: William Wyler) übernahm Haya Harareet ihren Part, in »El Cid« (Regie: Anthony Mann) wurde sie durch Sophia Loren ersetzt, und in »The V.I.P.s« (Regie: Anthony Asquith) mit Liz Taylor und Richard Burton spielte Maggie Smith die ihr zugedachte Rolle. 1964 war Lilo noch in einer fluglahmen Klamotte mit Bob Hope zu sehen — »Wenn das Drehbuch aus Deutschland gekommen wäre, hätte ich’s aus dem Fenster geschmissen!« — und erhielt für ihren Auftritt eine Golden-Globe-Nominierung, danach zog sie sich mehr und mehr aus dem Filmgeschäft heraus und war wieder vermehrt im Fernsehen und im Theater zuhause.
Mein liebster Lilo-Film ist »Die Zürcher Verlobung« (Regie: Helmut Käutner), den ich eines Tages noch einmal ausführlich besprechen werde. (Wenn ich die DVD auftreiben kann.) Heute gibt es nur ein paar Kurzbesprechungen. Viel Spaß! (Anmerkung: Es ließ sich nicht zu allen Filmen ein brauchbares Originalplakat auftreiben, daher musste ich Ersatz finden.)

ich denke oft an piroschka

#225: Ich denke oft an Piroschka
(1955)
Regie: Kurt Hoffmann, mit Liselotte Pulver, Gunnar Möller, Gustav Knuth u. a.

»Piroschka kam mir schon sehr nahe. Weil sie ein naives Naturkind war, äußerlich problemlos, natürlich und voller Liebe und dann eigentlich tragisch im Verzicht«, antwortete die Pulver dem Journalisten Rohwer auf dessen Frage nach ihrer Lieblingsrolle. Die bittersüße Liebesgeschichte, der die damals 25jährige endgültig zum Publikumsliebling werden ließ, war der größte Kassenerfolg des Kinojahres 1955, erhielt das Filmband in Silber sowie (nachträglich 1958) den Preis der Deutschen Filmkritik.
Die Handlung spielt in den 1920ern, als der Ruf Deutschlands noch nicht ramponiert war und man sich gern an den einstigen Glanz der Donau-Monarchie erinnerte; Frieden und Behaglichkeit triefen förmlich aus jedem einzelnen Bild (Kamera: Richard Angst). Der deutsche Student Andreas (Möller) reist nach Ungarn, wo er in einem kleinen Dörfchen in der Puszta das quirlige Mädchen Piroschka (Pulver) kennen lernt, das mit seiner naiven Offenheit sein Herz erobert. Mit dem Ende der Semesterferien muss Andreas zurück in die Heimat. Zwar stellt er Piroschka einen baldigen Besuch in Aussicht, doch während die Kamera über eine Schienenstrecke rattert, hören wir ihn aus dem Off sagen: »Ich sollte Piroschka nie wieder sehen.«
Eigentlich ein belangloses Geschichtchen, wäre da nicht das außergewöhnliche Spiel Lilo Pulvers, die mit unvergleichlicher Natürlichkeit agiert und den Zuschauer zu Tränen rührt, sobald sie ihr Lied »Knepfchen, Knepfchen, kleinäs Silbärknepfchen« singt, Gunnar Möller beinahe verschwörerisch bittet: »Andi, du machän Signal!« oder leise flüstert: »Kannst Piri mir sagen.« — Ansonsten ist »Ich denke oft an Piroschka« ein ebenso pittoreskes wie schmalziges Puszta-Puzzle, bei dem sich Kurt Hoffmann sichtlich um Feingefühl bemühte. In den vergangenen 60 Jahren setzte der Streifen zudem ordentlich Staub an; als Film-Archäologe freut man sich lediglich über ein Wiedersehen mit Gustav Knuth, Annie Rosar und Rudolf Vogel in urigen Nebenrollen. Die Außenaufnahmen entstanden übrigens nicht in Ungarn — das damalige streng kommunistische Regime machte dies unmöglich —, sondern in Jugoslawien.

das wirtshaus im spessart

#226: Das Wirtshaus im Spessart
(1957)
Regie: Kurt Hoffmann, mit Liselotte Pulver, Carlos Thompson, Wolfgang Neuss u. a.

Das musikalische Lustspiel vom »Wirtshaus im Spessart«, zu dem Wilhelm Hauff 1825 seine berühmte Räuberballade als Vorlage verfasst hatte, wurde für den damals 47jährigen Regisseur Hoffmann zum Höhepunkt seiner Regiekarriere: Die Zuschauer strömten millionenfach in die Lichtspielhäuser, um die romantische Verwechslungskomödie zu sehen, und machten den Streifen zur erfolgreichsten einheimischen Produktion der Kinosaison 1957/58. Eigentlich erstaunlich, zumal handlungstechnisch keine nennenswerten Neuheiten geboten wurden: Es gibt ein paar nette Melodien (Musik: Franz Grothe) mit leicht hintergründigen Texten, die üblichen Verwechslungen durch einen Rollentausch, und das alles angesiedelt in einer idyllischen Zeit zwischen Biedermeier und Romantik — das waren die Zutaten für diesen Überraschungshit.
Die unkonventionell-burschikose Comtesse Franziska (Pulver) befindet sich in Begleitung ihres Verlobten (Günther Lüders) auf dem Weg nach Würzburg. Ausgerechnet im finsteren Spessartwald wird die Kutsche durch einen Achsenbruch unbrauchbar, was die Reisenden nebst Kutscher und Personal dazu zwingt, in einer finsteren Spelunke einzukehren, die sich prompt als Räuberhöhle entpuppt. Mit Franziska als Geisel wollen die Banditen ein Lösegeld erpressen. Heldenmutig bietet sich der Goldschmiedgeselle Felix (Helmuth Lohner) an, mit der Comtesse die Kleider zu tauschen, um bei den Halunken ihre Rolle zu spielen, während Franziska als Bursche verkleidet der Bande entkommen kann. Sie reitet zum Schloss ihres Vaters (Herbert Hübner), um dort die Lösegeldzahlung in die Wege zu leiten, doch der alte Herr denkt gar nicht daran, sein Geld für einen Fremden zu opfern, und so zieht Franziska auf eigene Faust los, um ihre Freunde aus den Händen der Räuber zu retten. Dabei verliebt sie sich — welch Überraschung! — in den smarten Anführer (Thompson)…

das spukschloss im spessart

#227: Das Spukschloss im Spessart
(1960)
Regie: Kurt Hoffmann, mit Liselotte Pulver, Heinz Baumann, Hanne Wieder u. a.

»Wenn nun der Prinz beim Essen verreckt?« — »Die Hauptsache ist der Effekt!«

Die Fortsetzung vom »Wirtshaus« ist im eigentlichen Sinne gar keine, sondern bezieht sich nur im Titel auf seinen Vorgänger. Auch einige Schauspieler aus dem 1957er-Film wurden übernommen: Hans Clarin, Herbert Hübner und der unverwüstliche Hubert von Meyerinck stehen Liselotte Pulver mit Humor und Charme zur Seite. »Das Spukschloss im Spessart« ist mein persönlicher Lieblingsfilm von Kurt Hoffmann, auch wegen Hanne Wieder, Curt Bois, Georg Thomalla und den Ohrwürmern von Friedrich Hollaender; schon der Titelvorspann wird gesungen. Der Streifen ist ein durchweg amüsantes Grusical voll zündender Gags, niedlichen Tricks und geistreicher (!) Seitenhiebe auf die Bonner Politik und die unrühmliche Geschichte der Deutschen (»Ich wusste gar nicht, dass es auch braune Deutsche gibt.« — »Hast du ’ne Ahnung!«). War das »Wirtshaus« noch eine romantische Räuberballade im Zeitkolorit des 19. Jahrhunderts, so versteht sich der zweite »Spessart«-Film als ironisch-hintergründige Farce der Adenauer-Ära der ausgehenden 1950er. Der letzte Teil der Trilogie — »Herrliche Zeiten im Spessart« — kam 1967 in die Kinos, konnte in Sachen Charme und Ideenreichtum nicht mit seinen Vorgängern mithalten und floppte verdienterweise.
Kurz zur Handlung: Im 19. Jahrhundert wurde eine berüchtigte Räuberbande im Keller des Wirtshauses im Spessart lebendig eingemauert. Über hundert Jahre später werden die mittlerweile zu Gespenstern mutierten Wegelagerer ihrer Heimat beraubt, als die alte Schenke dem Bau der Bundesautobahn Frankfurt-Würzburg-Nürnberg weichen muss. Zuflucht finden die nun obdachlosen Geister in dem alten Schlossgemäuer der Gräfin Charlotte von Sandau (Pulver), die dort mit Tantchen und Onkel (Elsa Wagner, Ernst Waldow) lebt und von entsetzlichen Geldsorgen geplagt wird. Der Verkauf des altehrwürdigen Gemäuers an den Bonner Geldhai Hartog (Hübner) ist nur noch eine Frage der Zeit. Da kommen die freundlichen Geister gerade recht, um für heilloses Chaos zu sorgen…
Gedreht wurde unter anderem auf Schloss Oelber im schönen Niedersachsen. Zu den zahlreichen Preisen, die der Film einheimste, gehörten unter anderem auch die Silbermedaille der Internationalen Filmfestspiele Moskau und ein Bambi. Das Drehbuch verfassten Heinz Pauck und Günter Neumann. Wolfgang Müller und Wolfgang Neuss, die Räuber Knoll und Funzel aus dem »Wirtshaus« und als Kabarett-Duo »Die beiden Wolfgangs« in der damaligen BRD erfolgreich, sollten ursprünglich auch mit von der Partie sein, doch Müller kam kurz vor Beginn der Dreharbeiten bei einem Flugzeugabsturz in der Schweiz ums Leben, und Neuss wurde vom Produzenten mit den Worten »Jetzt brauchen wir Sie auch nicht mehr!« entlassen.

one two three

#228: Eins, zwei, drei
One, Two, Three (1961)
Regie: Billy Wilder, mit James Cagney, Horst Buchholz, Pamela Tiffin u. a.

Nach seinen Meisterwerken Some Like It Hot und The Apartment galt Billy Wilder als bester Regisseur der Welt und stand im Zenit seines Schaffens. »One, Two, Three« führte den Exilanten nach langer Zeit zurück nach Berlin, das ihn bestenfalls lauwarm empfing. Die Behörden der DDR verweigerten dem US-Team die Drehgenehmigung, so dass emsige Filmarchitekten das Brandenburger Tor für 350.000 DM in den Bavaria-Studios nachbauen mussten. Außerdem wurde die respektlose Handlung von den politischen Ereignissen überrollt, als am 13. August 1961 — die Dreharbeiten waren im vollen Gange — die Berliner Mauer errichtet wurde. Als der Film, der heute als die rasanteste, witzigste und schnellste Komödie des Regisseurs gilt, im Dezember desselben Jahres in den bundesdeutschen Kinos startete, fand ihn wirklich niemand witzig. Doch nicht nur der Mauerbau machte es dem Film schwer, auch die vielen bissigen Anspielungen auf den deutschen Militarismus und die braune Vergangenheit (»…und natürlich waren Sie kein Nazi und waren nie für Adolf!« — »Welchen Adolf?«) waren für die gerade in der Verdrängungsphase steckenden Deutschen eher ärgerlich als erheiternd. Die »Berliner Zeitung« bezeichnete Wilders Satire als den »scheußlichsten Film über diese Stadt«, und der kommerzielle Totalreinfall auf beiden Seiten des Atlantiks beendete Wilders Glückssträhne.
24 Jahre später wurde »One, Two, Three« von einer neuen Generation von Kinogängern neu entdeckt. Man sah den Film plötzlich mit anderen Augen, erfreute sich an den Gags, die mit Maschinengewehrgeschwindigkeit abgefeuert werden, und zeigte sich freudig überrascht ob der deutschen Schauspieler: Lilo Pulver als sexy Sekretärin Ingeborg im Pünktchenkostüm, die auf dem Tisch des Kempinski-Hotels einen kessen Striptease hinlegt, der wunderbare, viel zu früh verstorbene Hanns Lothar als Buchhalter Schlemmer mit NS-Vergangenheit, Horst Buchholz als ostdeutscher Proletarier sowie Hubert von Meyerinck (ein alter Freund Billy Wilders aus dessen Anfangszeiten in Berlin), Karl Lieffen, Ralf Wolter und Leon Askin waren in ihren spritzig-komischen Rollen, die im deutschen Kino damals undenkbar gewesen wären, eine kleine Sensation. Doch auch die US-Schauspieler, allen voran James Cagney, Wilders Neuentdeckung Pamela Tiffin und Arlene Francis, zeigten sich in Höchstform. Cagney litt während der Dreharbeiten fürchterlich unter den Allüren seines Kollegen Buchholz und unter den Verrissen der Kritiker so sehr, dass er nach »One, Two, Three« gut 20 Jahre pausierte, ehe er 1981 in »Ragtime« (Regie: Milos Forman) seinen endgültig letzten Leinwandauftritt hatte.

kohlhiesels töchter

#229: Kohlhiesels Töchter
(1962)
Regie: Axel vom Ambesser, mit Liselotte Pulver, Helmut Schmid, Dietmar Schönherr u. a.

Der bekannte Bauernschwank scheint ein Lieblingsstoff der Deutschen zu sein, denn Axel von Ambessers Version war bereits die vierte (und erfolgreichste) Verfilmung. Drehbuchautor Eckart Hachfeld nahm ein paar kleine Änderungen am Stück vor und machte aus der einen Kohlhiesel-Tochter Veronika die beiden Zwillingsschwestern Liesel und Susi — eine Doppelrolle für die Pulver, die sichtlich Spaß an der Sache hatte. Während Liesel charmant und anmutig daherkommt und drei hartnäckige Kavaliere (Schmid, Schönherr, Peter Vogel) am Start hat, ist Susi ein launischer Bauerntrampel, der alles und jeden verscheucht. Eigentlich keine große Sache, das Problem ist nur: Liesel darf erst heiraten, wenn — so hatte man es der Mutter auf dem Sterbebett versprochen — die Susi zuerst unter der Haube ist…
Wäre die Pulver nicht, könnte man den Film glatt in die Rubrik »Schlechte Filme, die Spaß machen« verbannen. Es wird ordentlich Geschirr zerschlagen, jemand kriegt auch mal Schlagsahne an den Kopf geballert, diverse Flirts spielen sich im Kuhstall ab, die Pulver lacht etwas zu viel und etwas zu laut, Dietmar Schönherr ist ziemlich furchtbar, ganz zu schweigen von den frauenfeindlichen Dimensionen des Ganzen — aber wenn »Jedes Töpfchen find’ sein Deckelchen« gesungen wird, ist irgendwie alles gut, weil man das Schmunzeln nicht mehr unterdrücken kann.

monsieur

#230: Monsieur
Monsieur (1964)
Regie: Jean-Paul Le Chanois, mit Jean Gabin, Liselotte Pulver, Mireille Darc u. a.

Eine charmante Boulevardkomödie mit leicht melancholischem Touch wurde diese erste Zusammenarbeit des Trios Gabin-Le Chanois-Pulver in Scope (2,35:1) und Schwarzweiß: Um seiner geldgierigen Familie eins auszuwischen, taucht der berühmte Bankier René Duchesne (Gabin) als Butler bei einer wohlhabenden Familie unter. Eine Schnapsidee? Mitnichten! Denn Duchesne versteht sich nicht nur prächtig mit seiner neuen »Chefin« (Pulver), nein, er findet auch Gefallen am einfachen Leben…
Mit Philippe Noiret (J’embrasse pas), Claudio Gora, Gaby Morlay und Gabrielle Dorziat bis in die Nebenrollen superb besetzt, ist »Monsieur« bis heute ein sehenswertes Stück Kino geblieben. Wundervollste Szene: Das irrwitzige Gespräch zwischen der beschwipsten Lilo Pulver und den verdutzten Jean Gabin in der Küche.

le jardinier d'argenteuil

#231: Blüten, Gauner und die Nacht von Nizza
Le jardinier d’Argenteuil (1966)
Regie: Jean-Paul Le Chanois, mit Jean Gabin, Liselotte Pulver, Curd Jürgens u. a.

Jean Gabin gibt in einer seiner maßgeschneiderten Altersrollen einen kauzigen Gärtner, der nebenbei ein bisschen Falschgeld produziert. Als sein Neffe die hübsche Hilda (Pulver) zur Frau nimmt, wird Onkelchen zur Kasse gebeten, denn die Frischvermählten sind, was die Hochzeitsgeschenke angeht, nicht gerade bescheiden: Eine Villa und ein Sportwagen sollen es für den Anfang sein. Doof nur, dass Hilda gleich mit dem ersten falschen Schein ein Strafmandat bei der Polizei bezahlt…
Soweit die amüsante Ausgangssituation. Im Verlauf der Geschichte tun sich ein paar Logiklöcher auf, doch die routinierte und kurzweilige Inszenierung und die spielfreudigen Akteure trösten über die Unzulänglichkeiten hinweg. Die Musik schrieb übrigens kein Geringerer als Serge Gainsbourg, der auch in einer drolligen Nebenrolle zu sehen ist.

André Schneider

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