Filmtipp #282: Lass mich mal ran! – Als Junge ist sie spitze

Lass mich mal ran! — Als Junge ist sie spitze

Originaltitel: Just One of the Guys; Regie: Lisa Gottlieb; Drehbuch: Dennis Feldman, Jeff Franklin; Kamera: John McPherson; Musik: Tom Scott; Darsteller: Joyce Hyser, Clayton Rohner, Billy Jacoby, Toni Hudson, William Zabka. USA 1985.

Just One of the Guys

Nach dem sensationellen Erfolg von »Tootsie« (Regie: Sydney Pollack) erteilte Columbia Pictures einigen Autoren Aufträge, ähnlich gelagerte Stoffe zu entwickeln. Parallel dazu erwiesen sich Filme wie »The Breakfast Club« (Regie: John Hughes), »Pretty in Pink« (Regie: Howard Deutch) und »Some Kind of Wonderful« (Regie: Howard Deutch) als unerwartet lukrativ. Es lag also nahe, die Strickmuster von College- und Gender-Komödien zu verquicken und daraus eine launige Posse zu kreieren. Das Ergebnis kann sich in seiner Originalität wirklich sehen lassen und auch 30 Jahre nach seiner Uraufführung noch spritzig und pfiffig — trotz der im Grunde recht vorhersehbaren Story.
Joyce Hyser, die damalige Freundin Bruce Springsteens, spielt Terry Griffith, eine ehrgeizige Schülerin mit journalistischen Ambitionen, die auf ein Lern-Stipendium bei einer renommierten Tageszeitung hofft, aber aufgrund der Tatsache, ein Mädchen zu sein, von ihrem sexistischen Lehrer übergangen wird. Wütend ob der Ungerechtigkeit schreibt sich Terry an einer anderen High School ein, um sich, diesmal als Junge verkleidet, noch einmal um die begehrte Ausschreibung zu bewerben. Aus ihrer Charade entwickeln sich einige ebenso prekäre wie amüsante Situationen, die sich zuspitzen, als Terry sich in einen neuen Mitschüler (Rohner) verguckt, der in ihr/ihm allerdings nur einen guten Kumpel sieht…

»Just One of the Guys« war ein moderater Erfolg, etablierte sich im Laufe der Jahre jedoch vor allem in den USA als Kultfilm. Joyce Hyser und Billy Jacoby, der als Terrys dauernotgeiler pubertierender Bruder zu sehen ist, geben eindrucksvolle Vorstellungen, konnten aber — ähnlich wie Regisseurin Gottlieb — ihre Karrieren nicht auf Erfolgskurs halten: Hyser übernahm noch hin und wieder Gastrollen im US-Fernsehen, während Jacoby seinen größten Erfolg als sexy Sidekick in der TV-Serie »Parker Lewis« verbuchen konnte. In einer Nebenrolle mit dabei: die blutjunge Sherilyn Fenn, die kurz darauf in David Lynchs »Twin Peaks« für Furore sorgte.

André Schneider

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Jeudi 22 octobre 2015

One Deep Breath
Un article de pierreAfeu, Persistance Rétinienne, 22 octobre 2015.

odb_manuel blanc

Comme un poème fracturé, One Deep Breath expose les images du deuil sous la forme d’un collage cinématographique explorant la mémoire. Pour son deuxième long métrage, Antony Hickling resserre l’étreinte et le regard mais fait preuve d’autant d’audace que pour l’inclassable »Little gay boy«.

C’est une lente spirale dont la courbe s’éloigne pour mieux revenir, l’esprit de Maël endeuillé se cognant sans cesse aux souvenirs tenaces, réels ou fantasmés, bribes d’une vie à deux, d’un amour à fleur de peau, de désirs contrariés.

Maël et Adam se sont aimés, Adam a aimé Patricia dont Maël fut jaloux, puis Adam est mort, Adam s’est suicidé. Alors les images reviennent, prennent forme, se répètent et se télescopent dans la mémoire de celui qui est resté en vie.

L’audace est dans la juxtaposition, la répétition et le fil non narratif, dans le risque de heurter aussi, ne pas séduire, proposer un cinéma radical, volontaire, audacieux. Soutenu par le fidèle Manuel Blanc, tout entier exposé, Antony Hickling ose et assume.

Très maîtrisé formellement, travaillant les contrastes entre scènes sur le vif, images dépouillées, érotisme brut, ruptures arty, One Deep Breath nous rappelle que le cinéma est toujours une terre d’exploration.

Bonus

• 3 courts métrages, le très beau »Pd« (des hommes nus dans la nature, comme une pastorale), le sanglant »Honey killer« et le singulier »Carnaval« illustrant le roman éponyme de Manuel Blanc ;

• 2 bandes annonces du festival Chéries Chéris.