Filmtipp #517: Das gibt Ärger

Das gibt Ärger

Originaltitel: This Means War; Regie: McG; Drehbuch: Timothy Dowling, Marcus Gautesen; Kamera: Russell Carpenter; Musik: Christophe Beck; Darsteller: Reese Witherspoon, Chris Pine, Tom Hardy, Til Schweiger, Chelsea Handler. USA 2012.

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Hier geht es nicht um Glaubwürdigkeit oder Logik. Es geht um zwei Agenten und beste Freunde, die sich um dieselbe Frau kloppen. Dabei haben sie (und das Publikum) einen Heidenspaß. Mehr muss man zur Handlung gar nicht sagen. Hier und da werden ein paar harte Actionszenen eingestreut, quasi als Konzession ans männliche Publikum, während die Frauen die schnuckeligen männlichen Stars anhimmeln dürfen. McG und seine Autoren versuchen gar nicht erst, mehr aus der Sache zu machen; ein kluger Gedanke. Angela Bassett, Rosemary Harris, George Touliatos, Abigail Spencer und John Paul Ruttan agieren souverän in ihren Nebenrollen. Chelsea Handler improvisierte praktisch ihren gesamten Text — und sorgt für die größtmögliche Heiterkeit. Til Schweiger schiebt sich auch ab und zu mit seinem typischen Til-Gesichtsausdruck ins Bild, wobei klargestellt werden muss, dass er der Bösewicht ist, nicht der Hamburger »Tatort«-Kommissar, obschon er beide Rollen praktisch deckungsgleich angelegt hat.

Bei »This Means War« waren sich vor fünf Jahren die Kritiker in ihren Verrissen durchweg einig. Man hätte das Hauptdarsteller-Trio am liebsten mit Schimpf und Schande aus Hollywood verjagt. Die Website »Rotten Tomatoes« versuchte, das Ganze in zwei Sätzen zusammenzufassen: »Ein Karrieretiefpunkt für alle drei seiner liebenswerten Stars. ›This Means War‹ ist laut, schwerfällig geschrieben und weder romantisch noch lustig.« — Autsch!
Leider sind die Kritikpunkte nicht ganz von der Hand zu weisen. Das Drehbuch ist wirklich nicht gut, man merkt ihm die vielen Verschlimmbesserungen, die es über die Vorbereitungs-Jahre hinweg erfahren hat — der Film hatte ursprünglich schon 2004 gedreht werden sollen —, in praktisch jeder Szene an. Sam Worthington, Colin Farrell, James Franco, Bradley Cooper, Justin Timberlake und Seth Rogen sagten ab, bevor Chris Pine und Tom Hardy besetzt wurden. Hardy war so unglücklich mit seiner Rolle in dieser romantischen Komödie, dass er sich schwor, nie wieder eine zu machen. (Bis heute hat er Wort gehalten.) Für Reese Witherspoon bedeutete der Film nach einer langen Reihe von Erfolgen den ersten Karriereknick — obwohl »This Means War« finanziell gesehen alles andere als ein Flop war. Den 60 Millionen Dollar Produktionskosten stand ein Reingewinn von 157 Millionen gegenüber. Und wisst Ihr was? Der Film ist anguckbar, extrem kurzweilig und hat ein paar wirklich gute Momente. Das ist bei einer Lauflänge von 94 Minuten mehr, als manch anderer Film zu bieten hat. (Denken wir nur einmal an diesen Film zurück … oder an diesen.)

Die Dreharbeiten fanden vom 27. September bis zum 6. Dezember 2010 in Vancouver und Umgebung statt. Ursprünglich war der US-Kinostart für den 14. Februar 2012 geplant gewesen, wurde dann aber auf den 17. Februar verschoben, da die 20th Century Fox nicht in Konkurrenz zu »The Vow« (Regie: Michael Sucsy) treten wollte.

André Schneider

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