Filmtipp #473: Ungeküsst

Ungeküsst

Originaltitel: Never Been Kissed; Regie: Raja Gosnell; Drehbuch: Abby Kohn, Marc Silverstein; Kamera: Alex Nepomniaschy; Musik: David Newman; Darsteller: Drew Barrymore, David Arquette, Michael Vartan, Leelee Sobieski, Molly Shannon. USA 1999.

Never Been Kissed

»Never Been Kissed« war der erste Film der noch jungen Produktionsfirma Flower Films, die von der damals 24jährigen Drew Barrymore und ihrer Freundin Nancy Juvonen gegründet worden war. Die mit etwa 25 Millionen US-Dollar budgetierte Komödie fuhr an den Kinokassen weit mehr als das Dreifache ein und öffnete Flower Films die Tore zu weiteren, immer aufwendiger produzierten Streifen wie beispielsweise »Charlie’s Angels« (Regie: McG, mit Cameron Diaz), »Donnie Darko« (Regie: Richard Kelly, mit Jake Gyllenhaal) oder »Music and Lyrics« (Regie: Marc Lawrence, mit Hugh Grant). Die Kritiker reagierten verhalten auf den nicht besonders einfallsreichen Plot und die eher durchschnittlichen Gags und monierten die allgemeine Vorhersehbarkeit der Entwicklungen, waren aber voll des Lobes für das engagierte Spiel des Ensembles. Der renommierte Kritiker Roger Ebert schwärmte von Drew Barrymores sonniger Art und der Liebenswürdigkeit ihrer Figur und meinte, der Film sei »witzig, großherzig und gewinnend«. Für einen launigen DVD-Abend stellt »Never Been Kissed« auch fast 20 Jahre später noch eine gute Wahl dar.

Widmen wir uns in groben Zügen der Handlung: Barrymore spielt eine trutschig-schrullige Journalistin namens Josie Geller, die es mit ihren 25 Jahren zwar schon bis zur Chicago Sun-Times geschafft hat, dort allerdings nicht besonders gefordert und mit läppischen Artikelchen abgespeist wird. Als sie den Auftrag erhält, sich als Schülerin getarnt unter die Jugendlichen einer High School zu mischen, um eine Reportage über die Jugend von heute zu schreiben, wittert sie ihre große Chance. Unglücklicherweise weckt ihr (Neu-)Start an der High School traumatische Erinnerungen, denn Josie war, anders als ihr Bruder Robert (Arquette), eine peinlich unbeliebte Schülerin, die von ihren Mitschülern als »Josie Grossie« gehänselt und verspottet wurde. Erschrocken stellt Josie fest, wie wenig sich die Strukturen seit ihrer Zeit geändert haben — sie ist und bleibt eine schräge Außenseiterin. Schließlich gelingt es ihr doch, einige Freundschaften zu schließen. Unglücklicherweise verliebt sie sich — Ihr ahnt es! — in einen ihrer Lehrer (Vartan). Zu allem Überfluss sitzt Josie auch noch ihr Verleger (gespielt von »Pretty Woman«-Regisseur Garry Marshall) im Nacken, dem ihre bisherigen Ergebnisse nicht sensationell genug sind und der sie deshalb mit einer Miniaturkamera ausgestattet in die Schule schickt; die gesamte Redaktion der Chicago Sun-Times (u. a. Molly Shannon) versammelt sich nun vor dem Monitor, um Josies Schulalltag zu bezeugen. — Der restliche Verlauf folgt den üblichen Wegen; es gibt ein paar Fallstricke und Hindernisse, Josies Tarnung fliegt spektakulär auf, sie muss sich entschuldigen und steht kurz vor ihrer Entlassung, kann aber kurz vor Schluss das Rad der Ereignisse noch wenden — und findet ganz nebenbei noch die große Liebe.
Faszinierend sind die Nebendarsteller, die damals noch größtenteils am Anfang ihrer Laufbahn standen und heute zur Crème de la Crème Hollywoods gehören: John C. Reilly, Octavia Spencer, Jessica Alba sowie (in seiner allerersten Filmrolle) James Franco. Es existiert übrigens eine deutsche Produktion aus den späten 1960ern mit Uschi Glas, deren Handlung praktisch dieselbe ist.

André Schneider

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2 thoughts on “Filmtipp #473: Ungeküsst

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