27. April 2017

T. S. Eliot, H. G. Wells, W. H. Auden, E. M. Forster — ich mag diese englischen Dichter (gut, Eliot war gebürtig aus den USA), die ihre Namen abkürzen. Besonders die Gedichte von Auden haben mich lange Zeit begleitet. Eines habe ich seinerzeit bei Opas Beerdigung vorgetragen. Gestern fiel mir beim Stöbern in einem Buchladen in der Oranienstraße ein Exemplar von »Die Maschine steht still« von E. M. Forster in die Hände. Eine traumschöne Ausgabe von Hoffmann und Campe, richtig edel und leider auch nicht ganz preiswert. Die Geschichte — Originaltitel: »The Machine Stops« — war erstmals Ende 1909 in einer Zeitschrift erschienen und kam 1928 schließlich in einem Sammelband von Kurzgeschichten in Buchform auf den Markt. Die deutsche Übersetzung von Gregor Runge entstand erst 2016, also 107 Jahre später. Forsters einziger Ausflug ins Science-Fiction-Genre: Eine düstere Dystopie, in welcher die Menschen in einer unterirdischen Welt leben, abgekapselt voneinander. Alles wird von der »Maschine« geregelt und kontrolliert. Das Bedürfnis nach persönlichen Begegnungen ist ausgelöscht, Kommunikation findet nur noch über die »Maschine« statt, die auch die Gedanken der Menschen lenkt. Diese sind vollkommen abhängig von der Technik, die in sich schon eine Instanz geworden ist und ein unkontrollierbares Eigenleben hat. — Beinahe 40 Jahre nach der Erstveröffentlichung gestand Forster, dass »The Machine Stops« seine Reaktion auf Wells’ »The Time Machine« gewesen. Beide Bücher sind klar als politischer Kommentar zu verstehen, und Forsters kaum 80 Seiten starke Geschichte ist gerade hinsichtlich des Internets geradezu gruselig aktuell. Nicht schlecht für den Autor von »Howards End«, »Zimmer mit Aussicht« und Maurice. Ich freue mich wie ein Schneeprinz darauf, heute auf dem Weg ins Büro weiterzulesen.

Da ich gerade das Büro erwähne: Ich habe mehrere Initiativbewerbungen abgeschickt, und eine Kanzlei in Charlottenburg scheint sehr an mir interessiert zu sein. Bleibt zu hoffen, dass ich rasch einen Vorstellungstermin bekomme.
Darüber hinaus gibt es eigentlich nichts Neues. Der Lebensgefährte des vorige Woche auf den Champs ermordeten Polizisten Xavier Jugelé hat eine bewegende Traurrede (»Je souffre sans haine…«) gehalten, die zu Tränen rührte. Er gedachte ihm mit einer solchen Würde und Kraft, da war so viel Respekt und eine ganz offensichtliche tiefe Liebe. — Für mich glitten die freien Tage so dahin. Habe »Elle« (Regie: Paul Verhoeven) noch einmal geschaut; diesmal in Hinblick auf die (eventuell) bevorstehende Arbeit mit Judith Magre. Gestern habe ich für Ian Merci pour le chocolat eingelegt. Beim Schwimmen im Velodrom schaffe ich 30 Bahnen in 50 Minuten, also etwa anderthalb Kilometer. Die kommenden Male möchte ich mich auf zwei Kilometer steigern. Das Blöde sind immer die Unterbrechungen; am liebsten würde ich montags, mittwochs und freitags gehen.
Einen sonnigen Donnerstag Euch allen, freut Euch auf meine Filmtipps der kommenden Tage.

André

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