Filmtipp #463: Sonntag in New York

Sonntag in New York

Originaltitel: Sunday in New York; Regie: Peter Tewksbury; Drehbuch: Norman Krasna; Kamera: Leo Tover; Musik: Peter Nero; Darsteller: Cliff Robertson, Jane Fonda, Rod Taylor, Robert Culp, Jo Morrow. USA 1963.

sunday in new york

Norman Krasna (Mr. & Mrs. Smith), ein wirklich begnadeter Komödien-Autor, hatte mit »Sunday in New York« im November 1961 einen veritablen Broadway-Erfolg verbuchen können. MGM kaufte den Stoff mit der Absicht, daraus ein Vehikel für Natalie Wood und Warren Beatty kreieren zu können, die jedoch dankend ablehnten, da sie den Stoff als zu frivol empfanden. Ersatzweise zog man Jane Fonda und Rod Taylor heran. Letzterer übernahm die Rolle, die in der Broadway-Inszenierung von keinem Geringeren als Robert Redford gespielt worden war, der wenige Jahre später mit Jane Fonda in der thematisch und atmosphärisch nicht unähnlich gelagerten Verfilmung von Barefoot in the Park zusammenarbeiten sollte.
»Sunday in New York« galt seinerzeit als äußerst gewagt — es dreht sich schließlich um die Frage, ob vorehelicher Sex sich für ein anständiges Mädchen geziemt oder nicht —, wirkt fünf Jahrzehnte später allerdings ein wenig altbacken, punktet jedoch mit Charme, weil die Problematik natürlich nicht direkt angesprochen wird, sondern sich züchtig hinter doppeldeutigen Anspielungen, die sich gerade noch im Rahmen des damals Erlaubten bewegen, versteckt. Gedreht wurde, was selten war, tatsächlich vor Ort in New York. Jane Fonda berichtete in späteren Jahren, dass dies der erste Film gewesen sei, bei dem sie erstens richtig Spaß hatte — etwas, das Rod Taylor in einem Fernsehinterview untermauern konnte — und in dem sich sich zweitens wirklich gut fand. Regie führte der leider etwas glücklose Peter Tewksbury, der außer »Sunday in New York« nur noch vier weitere Kinofilme inszenierte und ansonsten hauptsächlich fürs Fernsehen arbeitete. In einer Nebenrolle ist Jim Backus (Don’t Make Waves, The Wheeler Dealers, Boys’ Night Out, Rebel Without a Cause) mit von der Partie.

Die Story: Adam (Robertson) ist Pilot und auch in Sachen Liebe ein Luftikus, der beschwingt das bindungslose Lotterleben eines modernen New Yorker Junggesellen führt. Als seine Fluggesellschaft ihm endlich mal ein Wochenende frei gibt, möchte er dieses mit seiner Freundin Mona (Morrow) im Bett verbringen. Doch leider wird daraus nichts, denn plötzlich steht Adams kleine Schwester Eileen (Fonda) vor der Tür. Die hatte Krach mit ihrem Verlobten (Culp), weil sie nicht vor der Ehe mit ihm ins Bett hopsen möchte. Adam redet ihr gut zu, sie habe genau die richtige Einstellung und soll sich weiterhin Moral und Anstand bewahren. In einem Bus trifft Eileen den schneidigen Journalisten Mike (Taylor), in den sie sich flugs verguckt. Nach einem verliebten Sonntag in New York landen die beiden in Adams Wohnung und wollen gerade kokett zur Sache kommen, als plötzlich der Verlobte auftaucht, um sich bei der verdutzten Eileen zu entschuldigen. Hier wird einer der Komödie ureigenster Lachgarant bemüht: die Verwechslung. Denn natürlich hält der Verlobte Mike für Eileens Bruder. Als dieser auch noch die Wohnung betritt, wird er dem Verlobten als sein eigener Co-Pilot vorgestellt. Seiner Schwester zuliebe spielt Adam mit, doch lange können Eileen und Mike ihre Zuneigung nicht verheimlichen…

André Schneider

 

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