11. März 2017

Aufräumen, Wohnungsputz, dann das Essen vorbereitet — Gazpacho und Chili con carne —, Getränke eingekauft, am Nachmittag noch ein paar Blumen geholt, den armen Ian quer durch die Stadt gehetzt, damit er noch über 30 vegane Frühlingsrollen abholt, die unser Büro-Koch extra für die Party gezaubert hatte, und zwischendurch immer wieder telefoniert — mein gestriger Geburtstag, der letzte in meinen Dreißigern, begann vor sieben Uhr morgens und war nicht unanstrengend, aber es hat sich gelohnt: wir hatten einen wahrlich schönen, gemütlichen Abend. — Benni und Gunnar waren die ersten, gefolgt von Vio und Carsten nebst Tochter, Fadi und Connie. Später, viel später, als alle schon wieder gegangen waren, schlug Geertje bei uns auf, und wir saßen noch bis gegen drei Uhr früh in der Küche und schwatzten. Dank meiner Schwester ist meine Giallo-Sammlung von Sergio Martino nun komplett. Martino drehte zwischen 1971 und 1973 fünf Gialli: »Lo strano vizio della Signora Wardh« (1971), »La coda dello scorpione« (1971, mit Anita Strindberg), »Tutti i colori del buio« (1972, mit Edwige Fenech), »Il tuo vizio è una stanza chiusa e solo io ne ho la chiave« (1972, mit Strindberg und Fenech) und I corpi presentano tracce di violenza carnale. Von Benni und Gunnar habe ich »La nuit americaine« (Regie: François Truffaut) geschenkt bekommen, den ich tatsächlich noch nie — Asche auf mein Haupt! — gesehen habe. Mirko schickte mir eine weitere DVD: »La dama rossa uccide sette volte« (Regie: Emilio P. Miraglia). Neue Bettwäsche von meinen Eltern, niederländische Köstlichkeiten von Connie, arabisches Gebäck von Fadi, eine Brad Mehldau-CD von Geertje und Thorsten sowie eine Keksdose von La Cure Gourmande von Carsten und Vio: Nougat-Biscuits, die so lecker sind, dass man sich arg beherrschen muss, um nicht einem Fressrausch anheimzufallen. Zum Einschlafen hörten Chelito, Ian und ich das neue Album von Max Richter, ebenfalls ein Geschenk von Carsten und Vio. Richter gab letzten Sommer ein achtstündiges Konzert hier in Berlin, »Sleep«. Ein einstündiger Ausschnitt dieses Werkes ist nun als CD draußen. Klänge wie aus dem siebten Himmel, die einen regelrecht mit sanfter Hand ins Traumland ziehen, ganz liebevoll, ganz weich, wundervoll. Ärgerlich, dass ich das Konzert verpasst habe, aber ich hätte es mir nicht leisten können: »What if you slept, and what if in your sleep you dreamed, and what if in your dreams you went to heaven and there you plucked a strange and beautiful flower, and what if when you awoke you had that flower in your hand? Ah, what then?« (Samuel Taylor Coleridge, »Biographia Literaria«) — Meinem liebsten Ian habe ich es zu verdanken, dass ich nun wieder regelmäßig schwimmen fahren und am 5. Mai zum Konzert von Federico Albanese gehen kann. Alles in allem bin ich schon sehr lange nicht mehr so reich und schön beschenkt worden. (Mir ist wohl bewusst, dass es wohl keine/n meiner Leser/innen interessieren dürfte, was ich von wem zum Geburtstag geschenkt bekommen habe, aber ich wollte es für mich dann doch mal aufgeschrieben haben.)

Portrait von André © by Holger Sommer

Obwohl ich keinen Alkohol getrunken habe, hab ich heute ein wenig Katerstimmung, lästige Kopfschmerzen. Der klare, blaue Himmel und die Frühlingsluft sind schon fein, und die Krokusse sprießen schon allerorts in die Höhe, aber der Schlafmangel hat meinen Schädel in den Schraubstock gepresst. Bei geöffnetem Fenster höre ich jetzt noch einmal die »Sleep«-CD, denke an meinen Onkel, der am 8. März 68jährig verstarb, bin gespannt auf Jennifers record release party heute Abend und harre der Dinge, die ab Montag auf mich warten. Demnächst läuft »Lommbock« (Regie: Christian Zübert) an, und im Mai startet »Alien: Covenant« (Regie: Ridley Scott). Und pünktlich zu meinem Geburtstag ließ Antony mich wissen, dass a) meine Rolle in »Frig« noch weiter verkleinert wurde und dass b) One Deep Breath bald in Griechenland starten wird.
Schönes Wochenende,

André

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2 thoughts on “11. März 2017

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