5. März 2017

Der gestrige Frühlingsanflug wurde durch trübtassig-lehmgraues Regenwetter abgelöst. Ich bin schon seit 4:30 Uhr wach, habe einen Text über Albert Finney geschrieben und einen langen Spaziergang mit dem Hund gemacht. Dafür war ich gestern relativ früh im Bett. Hatte eigentlich noch einen Film schauen wollen, war dann aber doch zu müde gewesen. Den Nachmittag hatte ich mit Connie verbracht. Wir hatten uns wieder wochenlang nicht gesehen und hatten reichlich Gesprächsstoff. Sie legte eine wunderbare LP auf — ja, Vinyl! —, »The Revolution Will Not Be Televised« von Gil Scott-Heron. Die Musik gefiel mir so sehr, dass ich abends noch das Internet nach seinen Texten durchforsten musste. Außerdem gefällt mir der Pulli, den er auf dem Plattencover trägt.

Gil Scott-Heron: toller Pulli, tolle Texte!

Gil Scott-Heron: toller Pulli, tolle Texte!

Maren Kroymann hat wieder eine eigene Sendung. Der satirische Song »Wir sind die Alten« ist ein unverschämter Ohrwurm, der mir seit gestern nicht mehr aus dem Schädel geht. Ihr TV-Interview mit Giovanni di Lorenzo gefiel mir auch. Beim Klicken hörte ich mir dann noch Katja Riemann, Anke Engelke, Ina Müller und Bill Paxton an. Letzterer muss ein wirklich kluger, warmherziger Mann gewesen sein. Ich mochte ihn in den Cameron-Filmen und in »A Simple Plan« (Regie: Sam Raimi). Schade, dass er so früh von uns gegangen ist. — Meine finanzielle Situation wurmt mich. Aus einer Laune heraus habe ich vorgestern kalkuliert, um zu schauen, wie ich über den Monat komme. Unnötig, jetzt ins Detail zu gehen, aber ich sollte pro Tag nicht mehr als sechs Euro ausgeben. Dooferweise habe ich in der kommenden Woche mehrere Vorhaben: Daniel Schmudes Vernissage am 9., mein Geburtstag am 10., Jennifer Eberhardts record release am 11. Ich kann nur hoffen, dass das alles nicht zu teuer wird. Die Frustration über diese prekäre Schieflage bereitet mir Bauchweh und bremst mich aus. Heute ist mein siebter Urlaubstag, und obwohl ich jeden Tag an meinem Roman gearbeitet habe, habe ich in dieser Zeit nur zwei A4-Seiten geschrieben. Es ist kein Vergnügen, ein Buch über jemanden zu schreiben, der mit einer Depression kämpft. Ian, dem ich die ersten acht Seiten zu lesen gegeben habe, monierte auch prompt »das Gejammere« der Hauptfigur. Ich entgegnete, dass es angesichts des Themas schwierig sein dürfte, einen feucht-fröhlichen Spaßroman zu schreiben. Aber ich versuche doch, einen humorvoll-sarkastischen Unterton zu etablieren. Ich muss aufhören, mich unter Druck zu setzen. Es wird, ich darf nur nicht ab- oder loslassen, muss dranbleiben, vertrauen, es organisch kommen, mich von der Angst nicht übertölpeln lassen. Geduld haben und Prokrastination vermeiden.

Heute vor vier Jahren: Paris.

Heute vor vier Jahren: Paris.

Ab und an sehnsüchtele ich nach einer schauspielerischen Aufgabe. Nach »Frig« steht in dieser Hinsicht erst mal nichts an. Alexandre möchte warten und schauen, wie »Bd. Voltaire« angenommen wird, ehe er sein neues Projekt in Angriff nimmt. Verständlich zwar, aber natürlich irgendwie schwammig, vage. Eine Freundin meinte, es dürfte nach all den Filmen in Frankreich kein Problem sein, eine Agentur zu finden, aber ich sehe das nicht. Außerdem ist mir der Ehrgeiz abhanden gekommen. Spielen: ja, gerne. Aber nicht (mehr) um jeden Preis. — Vor zehn Jahren flog ich zum ersten Mal nach Paris. (Hier, hier und hier kann man die ersten Eindrücke nachlesen.) Heute vor vier Jahren führten mich lange Spaziergänge quer durch die Arrondissements. Damals war ich dort, um mit Antony die ersten Schritte zu gehen, die zu One Deep Breath führten. (Hier nachzulesen.)
So, und nun gönne ich mir ein Mittagspäuschen. Euch allen einen gemütlichen Sonntag,

André

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