Filmtipp #425: Nichts als Gespenster

Nichts als Gespenster

Originaltitel: Nichts als Gespenster; Regie: Martin Gypkens; Drehbuch: Martin Gypkens; Kamera: Eeva Fleig; Musik: Martin Todsharow; Darsteller: Maria Simon, August Diehl, Brigitte Hobmeier, Jessica Schwarz, Wotan Wilke Möhring. Deutschland 2006.

nichts als gespenster

Martin Gypkens’ zweiter Langfilm nach dem beeindruckenden Berlin-Film »Wir« (2003) ist ein Episodenfilm nach Erzählungen von Judith Hermann. Die Dreharbeiten fanden zwischen März und Juli 2006 in Hamburg, Brandenburg, Leipzig, Italien, Island, Jamaika, Utah, Arizona und Nevada statt. Die einzelnen Geschichten sind clever miteinander verflochten und bestechen durch ihre ästhetischen Bildfolgen ebenso wie durch die gute Besetzung: Maria Simon und August Diehl spielen ein Pärchen, das auf einem Roadtrip durch die USA seiner Trennung entgegen fährt; die Jamaika-Episode befasst sich mit einem Hurrikan und Brigitte Hobmeier, die Jessica Schwarz und Janek Rieke nervt; Karina Plachetka versucht, ihrer besten Freundin Chiara Schoras den Freund auszuspannen; Fritzi Haberlandt stromert durch Venedig mit der Mission, sich endgültig von ihren Eltern zu emanzipieren; Wotan Wilke Möhring und Ina Weisse reisen nach Island, dessen Magie sie voll und ganz einnimmt.

Die mit 2,6 Millionen Euro budgetierte Produktion lief ab November 2006 auf diversen Festivals — Hof, Hamburg, Berlin, Paris, Locarno, Argentinien und Südkorea —, konnte sich beim regulären Kinostart kurz vor Weihnachten 2007 kommerziell jedoch nicht so recht behaupten — und das, obwohl die Kritiker regelrecht jubelten. (Vielleicht lag es an dem furchtbar drögen Plakat?) So verfasste beispielsweise das »Lexikon des Internationalen Films« folgende Hymne: »In fünf […] sich wechselseitig subtil kommentierenden Reise- und Liebesgeschichten werden Befindlichkeiten, Sehnsüchte, Ausbruchs- und Fluchtfantasien junger Deutscher auf den Prüfstand gestellt. Ein vorzüglich gespielter Film von eigenwillig schwebender Atmosphäre, visuell wie akustisch präzise und detailreich inszeniert, von einer eindrucksvollen Musik einfühlsam zusammengehalten.«

André Schneider

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