Filmtipp #421: Die tödliche Maria

Die tödliche Maria

Originaltitel: Die tödliche Maria; Regie: Tom Tykwer; Drehbuch: Tom Tykwer, Christiane Voss; Kamera: Frank Griebe; Musik: Klaus Garternicht, Tomy Tykwer; Darsteller: Nina Petri, Katja Studt; Josef Bierbichler, Joachim Król, Juliane Heinemann. Deutschland 1993.

die tödliche maria

Tom Tykwers erster (und bester) Film war seinerzeit zwar ein Liebling der Kritiker und mit insgesamt neun verschiedenen Auszeichnungen auch ein Festivalhit, wirtschaftlich aber kaum lukrativ, so dass es einige Jahre dauern sollte, bis Tykwer mit »Winterschläfer« (1997) seinen nächsten Film verwirklichen konnte.

»Die tödliche Maria« evoziert Erinnerungen an die besten Hitchcock-Filme aus dessen früher Schaffensperiode, in der alles auf die visuelle Wirkung ausgelegt schien. Es handelt sich um ein beklemmendes Drama mit Thriller-Anleihen, das vor allem auch schauspielerisch ein einwandfreies Erlebnis ist. Maria (Petri) ist um die 40 und führt ein eintönig-tristes Leben. Mit ihrem Ehemann Heinz (Peter Franke) verbindet sie eine lieblose, langweilige Ehe. Darüber hinaus pflegt sie ihren bettlägerigen Vater (Bierbichler), der im oberen Geschoss lebt und seine Tochter in tyrannischer Weise schikaniert. Tagein, tagaus tut Maria duldsam ihre Pflicht und frisst ihre Frustration in sich hinein. Einzig ihrer afrikanischen Holzfigur vertraut sie sich an, vor allem in Briefen, in denen sie ihrer Seele Luft macht und die sie heimlich versteckt. Als sich Maria in ihren Nachbarn Dieter (Król) verliebt, einen schüchternen, aber herzensguten Gesellen, schälen sich ihre lang verdrängten Sehnsüchte heraus. Doch für einen Neuanfang ist es längst zu spät, und so nimmt die Tragödie ihren Lauf…

Die bedrückende Intensität seines Erstlings erreichte Tom Tykwer bis heute leider nicht wieder. Besonders hervorzuheben ist Frank Griebes grandiose Kameraarbeit, deren Künstlichkeit bestechend ist und den Film aus dem Einheitsbrei der anno dazumal üblichen deutschen Kinoware positiv heraushebt.

André Schneider

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2 thoughts on “Filmtipp #421: Die tödliche Maria

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