4. Mai 2016

Nach ein paar angenehmen Frühlingstagen nun auf einmal wieder Tristesse am Himmel. Graue Tränen und Temperaturabfall. Das Rauschen des Regens weckte mich um 6:30 Uhr. Im Traum hatte ich in einer Hängematte gelegen. In einem Erker hing die, und ich baumelte zufrieden mit einem Kakaobecher auf dem Bauch darin. Um mich herum eine kleine Party — eine Geburtstagsparty vielleicht? —, und auf der anderen Seite des Innenhofs war im vierten oder fünften Obergeschoss eine Artistenschule. Ich sah junge Menschen jonglieren und erschrak, als sie kurz darauf über ein Tau tanzten, das quer über den Hof gespannt war. Kein Alptraum eigentlich, aber das Hochseil machte mir ein mulmiges Gefühl, wenngleich ich in meiner Hängematte auch nur in beobachtender Position war.

Der money job frustriert mich zunehmend. Das liegt einerseits an der katastrophalen Arbeitsatmosphäre — praktisch all meine Kollegen haben morgens Angst, das Büro zu betreten, und nach drei Monaten dort bin auch ich keine Ausnahme mehr —, sondern vor allem an den vielen Fragezeichen, die meine Abrechnungen aufwerfen. Im Februar hatte die Buchhaltung »vergessen«, meine Überstunden einzurechnen, im März war alles in Ordnung, und nun habe ich, obwohl ich täglich mindestens eine, meistens jedoch zwei Überstunden mache und auch an Feiertagen (Karfreitag) schufte, ein Minus auf meinem Stundenkonto, das ich mir beim besten Willen nicht erklären kann.
Am Sonntag unternahm ich eine schöne Radtour von doch immerhin zwei Stündchen. Kreuzberg war voller Demonstranten und Polizei, die Sonne schien, alles roch nach Frühling und Bier. Montag radelte ich zu meiner Zahnärztin in den Prenzlauer Berg, was mir guttat, denn ich werde immer dicker und mag mich kaum mehr im Spiegel sehen. Blöderweise war, als ich die Praxis verließ und nach Hause wollte, das Fahrrad kaputt. Schlimm genug, dass die Krankenkasse bei Zahnbehandlungen eigentlich gar keine Kosten mehr übernimmt, die Reparatur des Rades entzieht mir jetzt auch noch das Restgeld für den Mai. Augenblicklich fällt es mir nicht leicht, mich auf etwas zu freuen. Ian ist seit gestern unterwegs — erst Hamburg, dann Lübeck —, unser Film wird und wird nicht fertig, und ich kann mich nicht aufraffen, meine Wohnung aufzuräumen und zu putzen. Immerhin sind die Filmtipps für den Mai fertig — an Albert Finneys Geburtstag geht es los —, und der nächste Trip nach Hildesheim, um Helena zu sehen, ist ebenfalls geplant.
Macht das Beste aus dem Tag,

André

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