Filmtipp #264: Das Beste ist grad’ gut genug

Das Beste ist grad’ gut genug

Originaltitel: Nothing But the Best; Regie: Clive Donner; Drehbuch: Frederic Raphael; Kamera: Nicolas Roeg; Musik: Ron Grainer; Darsteller: Alan Bates, Denholm Elliott, Harry Andrews, Millicent Martin, James Villiers. GB 1963.

nothing but the best

Bevor der ehemalige Cutter Clive Donner den (etwas undankbaren) Regieauftrag für What’s New, Pussycat? erhielt, inszenierte er diese rundum gelungene Satire aus der spitzen Feder Frederic Raphaels (Two for the Road), einem jungen Schreiberling aus Chicago, der kurz nach diesem Streifen zu einem der erfolgreichsten Drehbuchautoren des englischen Kinos avancieren sollte.
Alan Bates, 28 Jahre jung, sexy bis zur Schmerzgrenze und karrieremäßig im ersten Höhenflug, verkörpert einen Grundstücksmakler namens Jimmy Brewster, der nur ein einziges Ziel verfolgt: sozialen Aufstieg. Dafür ist ihm jedes Mittel recht. Doch dummerweise ist Jimmy ziemlich bequem und hält nicht viel von harter Arbeit, zudem kommt ihm seine mittelständische Herkunft immer in die Quere. Er trifft Charlie Prince (Elliott), einen Gauner und Herumtreiber, der von Hause aus mit Geld und Stil ausgestattet ist, und lässt sich von ihm »unterrichten«: Wie man sich kleidet, wie man isst, sitzt und spricht, woran man einen guten Wein erkennt, zu welchen Partys man geht und so weiter. Tatsächlich steigt Brewster — auch dank einiger geglückter Geschäfte — in die besseren Kreise auf. Als sich auch noch die wohlhabende Ann (Martin) für ihn interessiert, braucht er Charlie nicht mehr…

Bates (Women in Love) gibt eine Glanzvorstellung als charmanter Nichtsnutz ohne Skrupel, der sogar mit einem Mord davonkommt, weil er eben versteht, sich anzubiedern und die richtigen Verbindungen hat; Jimmy Brewster braucht kein Talent, er hat Stil. Frederick Raphaels Drehbuch wurde für etliche Preise nominiert und gewann 1965 den Preis der Britischen Autorengilde als Beste Komödie, während Nicolas Roegs aufregend gute Kameraarbeit mit einer BAFTA-Nominierung gewürdigt wurde. Hauptdarstellerin Millicent Martin sang das schmissige Titellied. Bedauerlicherweise war »Nothing But the Best« außerhalb seines Ursprungslandes kein großer Erfolg beschieden. Deshalb ist es umso erfreulicher, dass es der im Oktober 1963 uraufgeführten Streifen jetzt endlich auf DVD geschafft hat.

André Schneider

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4 thoughts on “Filmtipp #264: Das Beste ist grad’ gut genug

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