Drehtagebuch »Alex und der Löwe«

Vor fünf Jahren, am 6. Juni 2009, fiel die erste Klappe für Alex und der Löwe — was für eine ereignisreiche, aufregende, harte und auch schöne Zeit es damals war! Mit dem Drehbuch hatte ich schon im Herbst 2008 begonnen, und das Frühjahr des Folgejahres stand ganz im Zeichen der Vorbereitungen. Bis zum 30. August hatten wir zwar nur 19 Drehtage, aber in meinem Kalender zähle ich nicht weniger als 37 Proben- und Besprechungstage vor und zwischen den Drehs. Wenn ich nicht umschrieb, probte, Team, Equipment und Drehorte organisierte, Rollen besetzte und umbesetzte, verdiente ich das Geld für den Dreh bei meinem Nebenjob in der Provinz. Es war die Zeit, in der ich mich wieder an die Siebentagewochen gewöhnen musste. Bis zum 27. Februar 2011 sollte ich noch für Alex und das Folgeprojekt durcharbeiten; 2010 hatte ich zwischen April und Oktober ganze fünf Tage frei.
     Während des Alex-Drehs habe ich, anders als bei Blues beispielsweise, kaum Tagebuch geführt. Ich hatte einfach nicht die Muße. Die paar Randnotizen in meinem Kalender sind heute tatsächlich eher verwirrend, und gerade die negativen Begebenheiten habe ich weitestgehend verdrängt, aber vier ausführlichere Texte aus dieser Zeit gibt es dennoch: Ich hatte sie seinerzeit für unseren Alex und der Löwe-Blog verfasst, damit man im Internet überhaupt auf unseren Film aufmerksam wird. Der Blog existiert schon lange nicht mehr, aber die Textchen habe ich gerettet. Viel Spaß bei der Zeitreise!

Hermann Eppert als Philipp.

Hermann Eppert als Philipp.

22. Mai 2009, Pre-Produktion.
     In zwei Wochen geht es los und das Abenteuer Film beginnt erneut. Drei Jahre nach den letzten Eigenproduktionen Half Past Ten und Blues gehe ich mit lieben, treuen Freunden wieder dieses Wagnis ein. Alex und der Löwe lautet der Titel dieses Projekts, das mich bereits seit gut einem Jahr beschäftigt und mich vor eine ganze Reihe neuer Herausforderungen stellt.
     Zunächst einmal habe ich noch nie einen explizit schwulen Film gemacht — und hatte es auch nie vor! —, und eine romantische Liebeskomödie schon gar nicht. Die Stoffe, mit denen ich bislang schwanger gegangen war, waren meist düsterer, abgründiger Natur gewesen. Nie und nimmer hätte ich gedacht, dass es so schwer ist, eine »leichte Komödie« zu schreiben! Schließlich soll alles stimmen; es soll verrückt und glaubwürdig sein, romantisch und albern, leicht, aber nicht banal — es ist eine Gratwanderung. Nachdem ich wochenlang verkrampft und kopflos eine möglichst ausgefallene Story hatte ausbrüten wollen, stolperte ich über ein Zitat von Howard Hawks: »Wenn du Charaktere hast, kannst du den Plot vergessen.« — Meine Rettung! Mit diesem Rezept im Hinterkopf fiel das Backen leichter.
     Im Vergleich zu früheren Filmen, bei denen ich schon bei der Konzeption darauf achtete, die Handlung auf wenige (Dreh-)Orte und Personen zu beschränken, ist Alex und der Löwe fast selbstmörderisch umfangreich. 17 Sprechrollen mussten besetzt, neun Drehorte klar gemacht werden. Wenn man ein gutes Budget hat, ist das mit den Drehorten kein Problem. Nun finanziere ich dieses Projekt  wie üblich aber alleine und aus eigener Tasche. Organisatorisch ein kleiner Höllenritt, den ich neben meinen bezahlten Jobs und diversen Krankheiten (sechs Wochen am Stück) quasi beiläufig absolvieren musste.
     Die ersten Hürden sind genommen, und ich bin erleichtert und froh, ein wunderbares Schauspieler-Ensemble für dieses Projekt zu haben; alte Freunde und neue Bekannte. Das Team besteht aus Menschen, die ich seit langem kenne, die ich mag und denen ich uneingeschränkt vertraue. Was wohl am wichtigsten ist, da ich das Ganze als Drehbuchautor, Produzent, Hauptdarsteller und Regisseur zu tragen habe.

2009: Was für ein Jahr! Während ich hier schreibe, kühle ich gerade den rechten Fuß, damit die Bänderdehnung — Herr André knickte am Montag ungeschickterweise am Bordstein seitlich um und schlug lang hin — nicht zu sehr schmerzt und ich flugs wieder arbeitsfähig bin.
     Die letzten Monate waren so arbeitsreich, dass mir kaum Zeit zum schreiben blieb und ich das Bloggen an sich in Frage stellte. (Für mich, nicht generell.) In jeder — wirklich jeder! — freien Minute ging’s um Alex und der Löwe.
     Ich bin freudig erregt und mehr als gespannt, was die kommenden Wochen und Monate bringen werden. Und ich verspreche, Euch hier auf dem Laufenden zu halten. Genießt das Wochenende!

Teepäuschen: Margarita Rasbasch und ich.

Teepäuschen: Margarita Rasbasch und ich.

30. Juni 2009, die ersten Drehs.
     Michael Jackson, Farah Fawcett und Pina Bausch sind tot, der Sommerhimmel ist mehr lehmgrau-dunstig als blau, und der Arbeitsmarathon dauert an. Siebentagewochen, manchmal vier, manchmal 16 Stunden Arbeit pro Tag, 16 Wochen lang. Kaum Zeit für Reflexionen.
     Chaotisch lief’s an, und nicht selten verließen mich Kraft und Lust — wenn beispielsweise zwei Tage vor dem Drehtermin das Café, das uns zunächst begeistert zugesagt hatte, absagte oder ein Schauspieler 24 Stunden vor Drehbeginn umbesetzt werden musste. Wir haben keine(n) Maskenbildner(in), die Tonmänner wechseln sich ab, die Kostüme sind teurer als erwartet, Termine schieben sich hin und her. Aber: dieser Arbeitsprozess gestaltet sich kreativer und produktiver als so manch anderer Dreh, und ich bin begeistert über den Spaß, den wir miteinander haben. Die Regie habe ich nach zwei Drehtagen komplett abgegeben. Yuri Gárate ist großartig, es ist eine Freude, von ihm geführt zu werden. Stefan, Gari und Arne ergänzen sich hinter der Kamera fabelhaft, bei aller Freude und Lachen wird diszipliniert gearbeitet.
     Vier Szenen sind bereits »im Kasten«. Hilfreich waren da die lieben Leute vom Karvana und vom Stattcafé, die uns ungestört arbeiten ließen und mehr als kulant und großzügig waren, und auch in der Privatwohnung in der Schreinerstraße — Alex’ Wohnung im Film — war’s ein Riesenvergnügen. Zwischen den Drehs proben wir. Die »Clique« — Sascia Haj, Udo Lutz, Beate Kurecki und ich — versteht sich privat ausgezeichnet, und wir freuen uns schon unbändig auf den 12. Juli.
     Ein besonderes Vergnügen waren die zwei Drehtage mit Hendrik Trost, der Alex’ Ex-Freund Daniel spielte. Ein phantasievoller, intensiver Kollege, über den Udo nicht untreffend sagte: »Hendrik ist Jack Nicholson.« Es war — und das ist nicht leichtfertig dahin geschrieben — eine Ehre, mit ihm spielen zu dürfen. Ja, und auf einigen Bildern vom Dreh wirkt er tatsächlich jacknicholsonesk.
     Wenn weder gedreht noch geprobt wird, bereiten wir die künftigen Drehtage vor, suchen Statisten, Drehorte, Musiken, Kostüme und kümmern uns um den Rohschnitt. Wir haben es uns zum erklärten Ziel gemacht, Alex und der Löwe noch in diesem Jahr fertig zu stellen.
     Wir haben uns bereits bei Facebook und MySpace ausgebreitet, bei Twitter bin ich auch, dort gibt’s regelmäßiger Neuigkeiten. Ich werde mich in circa einem Monat wieder melden und wünsche Euch allen einen sonnig-fröhlichen Sommer.

Hendrik, Sascia & ich bei der Abschlussfeier im Karvana.

Hendrik, Sascia & ich bei der Abschlussfeier im Karvana.

31. August 2009, nach dem letzten Drehtag.
     Gestern war der letzte und längste Drehtag: die Bikiniparty. Einer der Schauspieler kam zugekokst bis unter die Schädeldecke zur Arbeit; es war wohl eine fette Party im Berghain. Yuri brachte Familie und Freunde als Statisten mit, und vor Drehbeginn verlosten wir die Bikinis. Ich erwischte den mit Abstand hässlichsten, aber immerhin: Ich passte in eine 36, wie Beate mir anerkennend mitteilte. Im fertigen Film wird diese Szene wohl ziemlich lange dauern, acht Minuten mindestens. Für einen Drehtag eigentlich ein unmögliches Arbeitspensum, aber wir haben es geschafft. Gegen Mitternacht haben wir Marcus’ Wohnung aufgeräumt und geräumt, danach war die Abschlussfeier im Karvana. Todmüde sank ich auf der Bank im Kavana in mich zusammen. Meine Arme bildeten einen kleinen Äquator des Glücks um Chelitos Bauch.

Beate Kurecki als Kerstin.

Beate Kurecki als Kerstin.

30. Oktober 2009, Post-Produktion.
     Aus meinem Vorhaben, mich alle vier Wochen mit einem Eintrag zu melden, wurde leider nichts; zwischenzeitlich wurde unser Weblog echt sträflich vernachlässigt, ich hoffe, Ihr seht’s uns nach.
     Der Dreh ab Juli war eine harte Schule. Der Hauptdarsteller wurde umbesetzt — nach Roberto Guerras und Frank C. Marx’ Ausscheiden wurde die Rolle Jo Weil und Michael Schumacher angeboten, bevor ich mich letzten Endes für Marcel Schlutt entschied.
     Als ein Drittel unseres Films abgedreht war, fiel unserem ursprünglichen Kameramann, der das Drehbuch seit einem halben Jahr kannte, auf, dass er keine Lust hatte, einen schwulen Film zu machen: »Und wenn ich keinen Bock habe, nütze ich euch eh nichts.« Dies demonstrierte er zur Unfreude aller Beteiligten mehr als deutlich, so dass wir schließlich froh waren, als er endlich ging und niemand mehr den Fortgang der Arbeit mit albernen Handyspielereien und schlechten Energien behinderte. Das Problem war: Ich hatte Alex und der Löwe nur machen können, weil von Anfang an klar war, dass er die Kamera machen und sein eigenes Equipment mitbringen würde. Als er ging, nahm er das natürlich mit, und so musste ich fortan Kamera-, Licht- und Tonequipment mieten. Nexfilm räumte mir einen Rabatt von sensationellen 56% ein, dennoch galt es, in Windeseile rund 4.000 Euro aufzutreiben. Manchmal wusste ich am Donnerstag noch nicht, wie ich den Dreh am Samstag bezahlen sollte! Gottlob, es ist überstanden, und für die zweite Hälfte des Drehs hatten wir einen motivierten, besseren und professionelleren Kameramann, mit dem auch kreatives Arbeiten möglich war: Matthias Stocklöw alias Ütz, ein toller Mensch!
     Während der Proben stellte sich heraus, dass Alex und der Löwe zusätzliche Szenen brauchte. Als Produzent, Hauptdarsteller und immer wieder aufs Neue gefragter Autor sah ich mich einer Überlastung ausgesetzt, die mich in eine bedrückte Stimmung versetzte. Dem Himmel sei Dank konnte ich die Regie komplett an Yuri Gárate abgeben, der mir — besonders in der strapaziösen zweiten Hälfte des Drehs — eine große Hilfe wurde. Ohne ihn hätten wir es nie und nimmer geschafft!
     Margarita Rasbasch kümmerte sich ab Anfang Juli als Maskenbildnerin um die Schauspieler, Ronny Sarkolowski kleidete Udo »Tobi« Lutz ein, Klaus Jablinski erklärte sich Ende August bereit, Alex und der Löwe zu schneiden. Kleine Wunder passierten: Ein mir bis dato nur via E-Mail bekannter Herr aus Antwerpen lieh mir das Geld, das ich brauchte, um den Dreh abschließen zu können, Timm TV bot uns an, die Post-Produktion bei ihnen im Sender zu machen und schloss mit uns einen Vertrag über acht Fernsehausstrahlungen von Alex und der Löwe im kommenden Jahr ab, ich lernte Pierre Sanoussi-Bliss und Harald Pignatelli kennen, die mehr als wunderbar waren, mich unterstützten und mir mit hilfreichen Ratschlägen Mut machten.
     Der Rohschnitt ist nun — rund zwei Monate nach Drehschluss — fertig und übertrifft meine kühnsten Erwartungen. Die DVD liegt nun bei den Berlinale-Leuten, während wir uns schleunigst an die »Feinarbeit« machen: Nachsynchronisieren, Farbkorrektur, Bild und Ton abmischen… Noch bin ich dabei, die Sache mit den Musikrechten zu klären. Léonard Lasry, Tanja Ries, Boris Steinberg, Emmanuel Moire und Corinne Douarre zeigen sich hilfsbereit.
     Über den Fortgang des Ganzen halte ich Euch auf dem Laufenden. Kommt gut in den November!

Sascia Haj als Steffi.

Sascia Haj als Steffi.

Tja, und seit November 2009 blogge ich nun wieder regelmäßig. Alex und der Löwe zog noch viel Schlimmes nach sich, wurde jedoch — gemessen an den Produktionsumständen — ein kleiner Erfolg: Die Reaktionen aus den USA waren euphorisch, und die Franzosen lieben den Streifen. Insofern hat mir der Film, aller Widrigkeiten zum Trotz, schon einige Türchen geöffnet. Und das Gros der bösen Stimmen zu dem Film stammt, das weiß ich heute, von Menschen, die mir ganz bewusst schaden wollten (und dieses hehre Ziel auch erreicht haben).
     Ich hatte Alex und der Löwe seit 2011 nicht mehr gesehen. Am Wochenende jedoch wurde ich überredet, ihn einzulegen und zu gucken. Es ging. Der Groll über den miesen Ton, der Unmut über die uneinheitliche Kameraarbeit, die Scham ob der Längen — vor allem die Bikiniparty ist viel zu lang geworden —, all das ist zu ertragen, denn ich kann heute, nach fünf, sechs Jahren, sagen: Das Drehbuch war gut! Die Schauspieler waren gut! Die Chansons waren himmlisch gut!
     Mit diesem Beitrag schicke ich Euch nun in die letzte Juni-Woche. Genießt sie!

André

P.S.: Wer den Film noch nicht hat, kann ihn sich hier bestellen. Den Soundtrack von Léonard Lasry gibt es hier. Und wer noch mehr Drehtagebücher lesen möchte, kann hier für Blues und hier für Le deuxième commencement klicken.

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Filmtipp #211: Nacht der Vampire

Nacht der Vampire

Originaltitel: La noche de Walpurgis; Regie: León Klimovsky; Drehbuch: Paul Naschy [Jacinto Molina], Hans Munkel; Kamera: Leopoldo Villaseñor; Musik: Antón García Abril; Darsteller: Paul Naschy, Gaby Fuchs, Barbara Capell, Andrés Resino, Patty Shepard [Paty Shepard]. BRD/Spanien 1971.

la noche de walpurgis

»Es muss noch eine andere Frau hier im Haus sein. Denk doch nur ans Abendessen: Nur eine Frau deckt den Tisch auf diese Weise!« — »Ja, ja, der Tisch war schön gedeckt, aber das Essen bestand nur aus kalten Platten, und das kann schließlich jeder zubereiten, sogar ein Mann — oder nicht?«

Jacinto Molina Álvarez, bekannt unter dem Pseudonym Paul Naschy, war zunächst Sportler — Fußballer, Boxer, Gewichtheber — und Architekt, zeichnete Comics und entwarf Plattencover, bevor er in den frühen 1960ern Filmluft zu schnuppern begann. Er spielte kleine Rollen in internationalen Produktionen, arbeitete als Locationscout und Regieassistent, bevor er 1967 seine erste Hauptrolle spielte und im Folgejahr als heroischer Werwolf Waldemar Daninsky berühmt wurde. Naschy drehte von nun an ununterbrochen; bis in die späten 1980er entstanden an die 90 Spielfilme, in der Hauptsache Grusel- und Kriminalstreifen. Naschy ist der einzige Schauspieler, der im Laufe seiner Karriere alle klassischen Horrorfiguren dargestellt hat: Frankensteins Monster, Dracula, Fu Man Chu, Mr. Hyde, Quasimodo, die Mumie, das Phantom der Oper, den Wolfsmenschen und Satan. Meist schrieb er (unter seinem Geburtsnamen) die Drehbücher zu seinen Filmen, ab 1976 führte er auch Regie. Zu den berühmtesten Naschy-Filmen gehören »Los monstruos del terror« (Regie: Tulio Demicheli, mit Karin Dor), »El espanto surge de la tumba« (Regie: Carlos Aured), »Doctor Jekyll y el hombre lobo« (Regie: León Klimovsky), »El jorobado de la Morgue« (Regie: Javier Aguirre) und »Una libélula para cada muerto« (Regie: León Klimovsky) — allesamt B-Movies mit beachtlichem Unterhaltungsfaktor. Ab 1990 wurde es stiller um Naschy, obwohl er weiterhin Beschäftigung fand, viel im spanischen Fernsehen zu sehen war und Kurzauftritte in Werken junger Filmemacher absolvierte. Der »König des spanischen Horrorkinos« starb 2009 im Alter von 75 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs.
     Zwischen 1968 und 1974 spielte Naschy in nicht weniger als 25 Produktionen. Regie führte meist León Klimovsky, ein argentinischer Filmemacher, der ab Mitte der sechziger Jahre seine künstlerische Heimat im italienischen und spanischen Kino gefunden hatte und von Weggefährten als »höflich und gebildet, aber untalentiert und gegenüber Produzenten duckmäuserisch« beschrieben wird. Seine Filme wurden ausnahmslos von der Kritik verrissen — wenn man sich die Mühe überhaupt machte, meist wurden die Werke belächelt und gar nicht weiter besprochen —, beim anspruchsarmen Publikum jedoch erfreuten sie sich einer Beliebtheit, die bis heute ungebrochen ist und viele dieser Streifen zu Kultfilmen avancieren ließ.

Die erste Kollaboration von Naschy und Klimovsky war der in spanisch-westdeutscher Co-Produktion entstandene »La noche de Walpurgis«, besser bekannt unter seinem englischen Titel »The Werewolf vs. the Vampire Woman«. (Weitere Alternativtitel lauteten »Shadow of the Werewolf«, »Satan vs. the Wolf Man«, »Walpurgis Night«, »Blood Moon«, »Werewolf Shadow« und »Walpurgis Night: Wolf vs. Vampire«; um die internationalen Vermarktungschancen zu erhöhen, hatte man das Filmchen komplett auf Englisch gedreht.) Um es gleich vorweg zu nehmen: Dies ist Klimovskys mit Abstand beste Arbeit. Und dennoch: »Es gibt zu viele Längen, zu viele Logikfehler und zu wenig Spannung. Der zottelige Werwolf, der hier eigentlich der Gute ist und sich nach Erlösung sehnt, sieht nicht wirklich gruselig aus, und auch die Gore-Szenen hauen heute keinen mehr vom Hocker. Man hat stellenweise den Eindruck, als fehle ein Drehbuch, so ist z. B. jede Nacht Vollmond. Aber Trashfans kommen hier auf ihre Kosten, denn einen Unterhaltungswert auf unterem Niveau und unfreiwillige Komik hat der Film schon.« (Quelle: die-besten-horrorfilme.de)
     Man darf sich »La noche de Walpurgis« auf gar keinen Fall mit Ernsthaftigkeit nähern. Wenn man keinen Horrorfilm, sondern eine Komödie erwartet, wird man sogar belohnt; streckenweise könnte dieser Naschy-Film fast als Parodie durchgehen. Mit herzerfrischender Naivität reiht sich ungeniert Klischee and Klischee, und sei es auch noch so abgedroschen. Klimovsky, der sicher nicht zu den einfallsreichsten Vertretern seiner Zunft gehörte, bemüht sich vergebens, mit wabernden Nebelschwaden und lahmen Zeitlupeneffekten Grusel-Atmosphäre zu erzeugen — streckenweise ist das so rührend, dass man am liebsten weinen möchte. Spätestens im letzten Drittel dann gingen auch dem Drehbuchautoren Naschy die Ideen aus, und was macht man dann? Richtig: Man fährt einfach mehr von allem auf. Und so kämpfen im großen Finale nicht nur der gutmütige Werwolf und die böse Vampirlady miteinander, nein, im Schatten sitzt auch noch Satan persönlich und mischt zumindest mental mit. Dies ist der letzte in einer langen Reihe von unfreiwilligen Lachern. Den sprichwörtlichen Vogel allerdings schießen die beiden Hauptdarstellerinnen ab: Die Wienerin Gaby Fuchs, bekannt aus Adrian Hovens torture porn »Hexen bis aufs Blut gequält« (1970), und ihre schmerzhaft dumpfbackige deutsche Kollegin Barbara Capell, die mit diesem Streifen ihren Abschied vom Kino nahm und sich fortan dem Schreiben widmete, sind so kriminell unbegabt, dass selbst Karin Mossberg (The Big Cube) vor Neid erblassen würde (!), und die hanebüchen-bescheuerten Dialoge (siehe Einleitung) helfen ihnen auch nicht weiter. Aber kommen wir vielleicht besser kurz zur Handlung…

Der Film beginnt mit einem ulkigen Prolog auf einem Friedhof. Komischerweise handelt es sich um einen deutschen Friedhof, obwohl der Film komplett in Spanien gedreht wurde und auch dort spielen soll, aber sei’s drum. Auf jeden Fall wollen zwei Herren einen Toten, den von Naschy gespielten Waldemar Daninsky, obduzieren. Nachdem der Arzt (Julio Peña) eine silberne Kugel aus der Leiche geholt hat, erwacht diese in Form eines Werwolfs wieder zum Leben und tötet die Männer, bevor er in die Freiheit flieht. Noch in derselben Nacht reißt er im Wald eine junge Frau, die vielleicht nur zufälligerweise ein wenig rotkäppchenhaft daherkommt. Der Werwolf grunzt, die Maid schreit, und schon ergießt sich ein Schwall nagellackroten Kunstblutes über die freigelegte Brust der Dame. Musik. Vorspann. Schnitt.
     Der neue Handlungsort ist Paris. Das wird durch eine Postkarte vom Eiffelturm verdeutlicht, die kurz in die Kamera gereckt wird. Die Studentin Elvira (Fuchs) erzählt ihrem Freund (Resino) von ihrer Abschlussarbeit. Was genau sie eigentlich studiert und wie eine augenscheinlich so strunzdumme Frau überhaupt den Weg zur Universität findet, wird nicht weiter erläutert, aber die besagte Abschlussarbeit soll sich mit einer gewissen Gräfin Wandesa Dárvula de Nadasdy befassen, einer mittelalterlichen Hexe und Zauberin, die sich der schwarzen Magie verschrieben hatte und das Blut unbefleckter Mädchen trank. Dem Leser schwant Böses? Oh ja, Ihr liegt richtig. Am nächsten Tag bricht Elvira mit ihrer Kommilitonin und besten Freundin Genevieve (Capell), die locker von einer Scheibe Toastbrot ausgetrickst werden könnte, in einem morschen Autochen auf, um sich auf die Spur der Vampir-Hexen-Gräfin zu machen. Genevieve, die nicht nur blöd wie 50 Meter Feldweg ist, sondern auch noch ein Drogenproblem hat (Dialog: »Nimm doch ein paar Schlaftabletten. Das heißt, eine wird völlig genügen, sie sind sehr stark. Und dann schläfst du.« — »Du hast gut reden, Genevieve.« — »Elvira, ich hab auch eine genommen. Wie immer.«), erzählt während der Fahrt immer wieder launige Dracula-Witzchen, während sie sich zielsicher verfährt. In einer abgelegenen Gegend bleibt der Wagen schließlich liegen: Den Studentinnen war entfallen, dass ein Auto hin und wieder betankt werden muss.
     Filmisch befinden wir uns mittlerweile in einem Niemandsland. Es könnte Südfrankreich sein — oder eben auch Spanien. Die Außenaufnahmen von »La noche de Walpurgis« wurden in Navacerrada, Monasterio de Cercón und San Martin de Valdeiglesias gedreht, die Innenaufnahmen entstanden in den Madrider Ateliers. Wie auch immer: Elvira und Genevieve werden von Waldemar, der zufällig des Weges kommt, in dessen halb verfallenes Haus mitgenommen. Ja, der Werwolf aus der Anfangsszene ist zu Fuß (!) von Deutschland bis nach Spanien gepilgert und hat dort ein Häuschen. Er erzählt den naiven Weibchen, dass er Schriftsteller sei. Er bietet ihnen an, bei ihm zu wohnen, bis das Auto wieder fahrtüchtig ist. Beim Abendessen kann Elvira nicht an sich halten und erzählt dem Fremden von ihrem Projekt mit der Gräfin Wandesa. Sofort verfinstert sich der Blick ihres Gastgebers, und dem Zuschauer stockt der Atem.
     Der Dinner-Szene folgt ein komödiantisches Kabinettstückchen der verhinderten Superstars Fuchs und Capell im Gästeschlafzimmer. Was genau sich abspielt, möchte ich nicht detailliert wiedergeben, das würde Euch den Spaß verderben. Nur soviel: Es beginnt damit, dass Capell sagt: »Uuuuhhhh, was ist das kalt hier!«, und sich dabei aus einem Morgenmantel schält, unter dem sie ein durchsichtiges Babydoll trägt… — Kern dieser Szene: Während Genevieve von ihren Schlaftabletten flugs in den Tiefschlaf befördert wird, kann Elvira lange nicht einschlafen, was zweifelsohne auf das künstliche Gewitter, das draußen tobt, zurückgeführt werden muss. Wie ein hypnotisiertes Kaninchen starrt sie auf die Milchglastür, die sich schließlich und endlich auch öffnet und den Blick auf eine offensichtlich verwirrte Frau (man erkennt’s an den zurzeligen Haaren) freigibt. Sie faselt in mehreren Sprachen Dinge wie: »Sie müssen hier weg… Verstehen Sie? Der Werwolf, er tötet Sie! Gehen Sie! Der Vampir…«, und nähert sich der verdutzten Elvira in lesbischer Weise. Wir ahnen es: Sie ist nicht wirr, sie ist nur homophil. Als sie Elvira an die Brust fasst, fällt diese in Ohnmacht; es war also doch nicht sooo schwer mit dem Einschlafen. Als sie wieder zu sich kommt, hockt nicht mehr die Frau (Yelena Samarina hieß die Schauspielerin), sondern der hundekuchengute Waldemar auf ihrem Bett. Er erklärt ihr, dass die irre Lesbe gar nicht lesbisch sei, sondern seine Schwester. Er werde ihr am nächsten Morgen alles in Ruhe erklären.
     Während Waldemar sein Versprechen einhält und Elvira alles über seine Schwester erzählt, lustwandelt Genevieve so durch die Gegend und entdeckt in einer Ruine eine Art Folterraum: schwere Eisenketten an den Wänden, Blutspuren überall, ganz gruselig! Und als wäre das noch nicht genug, wird sie auch noch von Waldemars Schwester besprungen und gewürgt. Von ihren Schreien alarmiert, eilen Waldemar und Elvira ihr zu Hilfe — und finden Genevieve bewusstlos am Boden liegend vor. Nun, von so einem albernen Zwischenfall kann, soll und darf man sich den Tag nicht versauern lassen, und so bricht das Idioten-Trio auf, das Grab der Hexe zu suchen, welches sich — Zufall aber auch! — ganz in der Nähe in einem stillgelegten Kloster befindet. Was dann passiert? Ihr ahnt es! Waldemar öffnet das Grab (klar!), Elvira kann’s nicht mit ansehen und haut ab (natürlich!), und Genevieve macht Fotos von dem Skelett (was sonst?). Als sie — wie dumm kann ein einzelner Mensch sein? — das in der Brust der Vampir-Hexe steckende Silberkreuz herauszieht, verletzt sie sich (ja, wirklich!), und einige Blutstropfen prasseln auf den Schädel der Toten nieder (kennt man!).
     Es kommt nun, wie es kommen muss. Da in Spanien jede Nacht Vollmond ist, klettert schon am selben Abend die wieder zum Leben erweckte Wandesa — erhaben gespielt von Patty Shepard, einer wirklich bildschönen US-Amerikanerin, die mit 18 Jahren nach Madrid gekommen war, um Philosophie zu studieren, und ab 1966 in zahlreichen italienischen und spanischen Filmen zu sehen war — aus ihrem Grab und holt sich die folgsame Genevieve…
     Im weiteren Handlungsverlauf taucht Genevieve völlig verändert wieder auf und versucht, die immer noch nichts begreifende Elvira zur blutdurstigen Gräfin zu locken. Waldemar kann Elvira, die schon drauf und dran war, mit ihr zu gehen, unter Zuhilfenahme eines Kreuzes retten. Später sieht man, wie er seine — offenbar von Genevieve gebissene — Schwester beerdigt. Elvira und er haben sich inzwischen ineinander verliebt. Er will sie in Sicherheit bringen. Sie will bei ihm bleiben. Gemeinsam beschließen sie, der garstigen Wandesa den Garaus zu machen. Elvira plagen nämlich Alpträume, in denen die Vampiretten ihren Hals anritzen, um ihr Blut in einem Kelch aufzufangen. (Wozu eigentlich, sie haben doch recht imposante Fangzähne!) Zufällig taucht auch noch Elviras Bekannter aus Paris auf (ja!) und will den beiden helfen, die Sache zu wuppen. In der Walpurgisnacht kommt es zum Showdown: Waldemar tötet Wandesa, Elvira rammt Waldemar ein silbernes Kreuz ins Herz, um ihn zu erlösen, und macht sich dann mit ihrem Pariser Bekannten von dannen. Ende. Das Ganze ist übrigens erst ab 18 freigegeben, aber das nur am Rande.
     »Das große Personenlexikon des Films« schreibt: »Während dieser Streifen bei der deutschen Kritik eine Mischung aus Gelächter und Fassungslosigkeit auslöste, entwickelte er in Spanien nahezu Kultstatus.« — Das stimmt! Die Spanier lieben diesen Schinken und preisen Paul Naschy nach wie vor als großen Meister. Zweifelsohne ist sein Werwolf-Held Waldemar eine charismatische Erscheinung. Das Highlight für mich jedoch ist und bleibt Patty Shepard, für mich irgendwie eine glückliche Version von Marisa Mell. Mit 22 Jahren heiratete sie den spanischen Schauspieler Manuel De Blas und blieb bis zu ihrem Tode — sie starb mit 68 an einem Herzanfall — mit ihm zusammen. Zu ihren bekanntesten Filmen dürfte der 1974 entstandene Spaghetti-Western »Là dove non batte il sole« (Regie: Antonio Margheriti) mit Lee van Cleef, Erika Blanc und Femi Benussi gehören.

André Schneider

18. Juni 2014

Nacht in tiefem Wasser
Bericht von David Berger für m-maenner.de, 18. Juni 2014.

Ein Thriller voller Lyrik

André Schneiders neuer Thriller One Deep Breath begann als kleines Projekt und hat es nun bis in den Olymp von Cannes geschafft.

»Wenn ein Feuerwerk in uns sich entzündet, von Körper zu Körper die Funken drehen, wenn meines Körpers Brennen dein Glühen begründet und uns glimmen lässt, bis dass wir vergehen…« — In der Beziehung von Maël und Adam hatte Poesie stets eine zentrale Rolle gespielt. Nun ist Maël nach Adams Selbstmord allein mit den Worten der Vergangenheit, er lässt sich von ihnen erfassen wie von einem Strudel. Die Fassungslosigkeit und Trauer scheint ihm den Verstand zu rauben. Zwischen Erinnerungen, Wunsch- und Alpträumen pendelnd, versucht er, die Realität zu fassen und ins Leben zurück zu finden. In seinem Bestreben, Adams Depressionen und damit dessen Tod »zu verstehen«, taucht er hinab in dessen Abgründe und stößt dabei auf Wahrheiten, die er lieber im Dunkeln gelassen hätte: zum Beispiel hatte Adam eine Parallelbeziehung mit der gemeinsamen Freundin Patricia, die ihrerseits mit dem Verlust des Geliebten zu kämpfen hat. Ihr Versuch, Maël in seiner Trauer zu helfen, bringt Patricia schließlich selbst in Gefahr…

Der trauernde Maël muss im Laufe der Geschichte oft tief Luft holen: In One Deep Breath dreht sich alles um den Themenkomplex Liebe, Verlust, Trauer, Enttäuschung und Hoffnung. One Deep Breath wird nicht als klassischer Handlungsbogen (Anfang/Einleitung — Höhepunkt — Schluss), sondern spiralenförmig als Stimmungsbild erzählt. Die Traum-, Alptraum- und Realitätsebenen vermischen sich, der Zuschauer befindet sich gemeinsam mit Maël ein einem Teufelskreis.

Antony Hickling setzte die Lyrik in Bildfolgen um

Autor André Schneider bezeichnet sein (autobiographisch gefärbtes) Beziehungsdrama als »Thriller«. Er vertraute sich Antony Hickling an, um seine Lyrik in adäquate Bildfolgen umsetzen zu lassen. Mit dem portugiesischen Choreographen und Tänzer Biño Sauitzvy — bekannt für seine Arbeit mit CocoRosie — und dem Kameramann Tom Chabbat entwickelten die beiden einen Spielfilm mit hohem künstlerischem Anspruch. Nach fast einjähriger Vorbereitungszeit entstand der Hauptteil des Films im Oktober und November 2013 im nasskalten, der Stimmung des Skriptes gemäßen Paris.

Es begann in Paris

Antony Hickling und André Schneider trafen sich im Herbst 2012 zum ersten Mal beim Pariser Filmfestival Chéries-Chéris. Schneider zeigte dort seinen Film Le deuxième commencement, Hickling war mit »Little Gay Boy — ChrisT is Dead« im Wettbewerb vertreten und darüber hinaus als Jurymitglied (Genre: Dokumentarfilm) am Festival beteiligt. Angetan von der Arbeit des jeweils anderen beschlossen die beiden eine Zusammenarbeit für das Jahr 2013, obwohl oder gerade weil ihre Arbeitsweisen höchst unterschiedlich sind: Hickling ist ein visueller Künstler, in dessen Filmen Tanz und Farben die wichtigsten Rollen spielen, Schneiders Filme sind eher klassisch und vom Dialog und den Schauspielern getragen. Das gemeinsame Projekt sollte die unterschiedlichen Stärken der beiden vereinen.

Nach viermonatiger Schreibarbeit flog André Schneider im Februar 2013 wieder nach Paris, um Hickling den ersten Drehbuchentwurf von »Une nuit en eaux profondes« (Eine Nacht in tiefem Wasser) vorzulegen und die Details der Zusammenarbeit zu besprechen. Man einigte sich auf eine Arbeitsteilung, was die Produktion angeht: Hickling kümmerte sich vor Ort in Paris um die Zusammenstellung der Crew, Schneider erledigte in Berlin die organisatorische Arbeit und sicherte die Finanzierung. Bis zum Sommer arbeiteten die beiden an weiteren Drehbuchfassungen zusammen.

César-Preisträger Manuel Blanc in der Hauptrolle

Im August schloss Schneider mit dem französischen Verleih Optimale einen Distributionsvertrag für den französischsprachigen Raum ab. Optimale hatte bereits zwei seiner vorherigen Filme erfolgreich vertrieben und sicherte mit einer Anzahlung den Beginn der Dreharbeiten. Hickling konnte den César-Preisträger Manuel Blanc für die Hauptrolle gewinnen; weitere Rollen sollten von Thomas Laroppe, bekannt aus dem Film »Die Perlenstickerinnen«, und Stéphanie Michelini gespielt werden. Das Team bestand bei Drehbeginn aus rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Begeistert von Hicklings künstlerischer Integrität und Schneiders emotional packenden Drehbuch erklärten sich sämtliche Team- und Besetzungsmitglieder bereit, unentgeltlich zu arbeiten. (Anders wäre die Realisierung des Films gar nicht möglich gewesen.)

Von der Normandie nach Cannes

Am 29. August  2013 fiel in der Normandie die erste Klappe, man wollte einige Außenaufnahmen am Meer drehen. Der Rest der Dreharbeiten fand zwischen dem 20. Oktober und dem 16. November in Paris statt. Hickling und sein Team drehten sechs Tage pro Woche, der Drehplan wurde strikt eingehalten, es gab keine Verzögerungen, keine Überstunden. Während des Drehs änderte sich der Titel von »Une nuit en eaux profondes« zu One Deep Breath. (In Deutschland soll der Film, wenn er einen Verleih finden sollte, »Hol tief Luft!« oder, wie gehabt, »Eine Nacht in tiefem Wasser« heißen.)

Anfang März 2014, exakt ein Jahr nach der ersten Drehbuchbesprechung, war One Deep Breath fertig gestellt. Während sich Optimale/TLA um den Verleih in französischsprachigen Raum kümmert, erwarb The Open Reel aus Turin die Rechte für den Weltvertrieb und die Festivaleinreichungen. Seine erste öffentliche Aufführung erlebte One Deep Breath am 18. Mai 2014 im Rahmen des Marché du Festival, einer Sektion des Cannes Film Festivals.