22. Mai 2014

Es juckt mir in den Fingern, aber ich darf — verdammt noch mal! — noch nicht schreiben, was mit One Deep Breath passieren wird. Nur soviel: Die Resonanz auf die Vorführung in Cannes übertraf alles, was wir erwartet hatten. Ich verspreche Euch, alle Infos hier zu veröffentlichen, sobald ich grünes Licht bekomme; es dauert nicht mehr lange!

Niedliches Männlein auf der Straße vor meiner Haustür.

Niedliches Männlein auf der Straße vor meiner Haustür.

Die letzen Tage?
     Am Samstag marschierte ich bei der Demo gegen Homophobie mit — mit gemischten Gefühlen. Klar bin ich gegen Ausgrenzung, Diskriminierung und Hass, aber ich stehe dieser »Szene« doch nach wie vor äußerst kritisch gegenüber. Wohl auch deshalb bin ich, was diesen ESC-Sieg von Conchita Wurst angeht, zwiegespalten. Der Eurovision Song Contest rangiert bei mir auf einer Ebene mit Fußball: er interessiert mich nicht, und manchmal widert er mich auch an. (Ich finde diesen mitschwingenden Nationalismus ekelhaft.) Gut, Conchitas Sieg war definitiv ein Politikum, das Signal ist deutlich und richtig, und natürlich sei ihr der Ruhm gegönnt. Dass ich den Song eher mittelmäßig, ihre Stimme dürftig und die Performance lachhaft fand — ich habe mir das Ganze auf YouTube angesehen, um mal im Bilde zu sein —, steht auf einem anderen Blatt. Letztlich lässt sich über Geschmack immer streiten. Sie wird jetzt eine Weile von den Homos repräsentativ vor den Karren gespannt und dann, sobald eine neue Madonna-Kylie-Britney-Gaga auftaucht, fallen gelassen werden. Ich hoffe, sie legt ihr Geld gut an; schließlich ist sie erst in ihren Zwanzigern und hat den Gipfel bereits erreicht. Star-Karrieren waren nie so kurzlebig wie heute. — Zur Demo ging ich mit einem Bekannten, den ich bei der Gisler-Premiere diesen Monat kennen gelernt hatte. Wir unterhielten uns so gut, dass ich ihn und zwei seiner Freunde für den Sonntag zum Abendessen einlud. So habe ich nach langer Zeit mal wieder Séance on a Wet Afternoon geschaut und war erneut über alle Maßen begeistert von Kim Stanley und Richard Attenborough. Schade, dass Bryan Forbes jetzt auch tot ist; wieder einer dieser Regisseure, die zu Lebzeiten kaum Würdigung erhielten.
     Die Arbeitswoche war unerfreulich. Am Dienstag wurde ein Kunde körperlich, weil ich versehentlich den Alarm ausgelöst hatte. Klar, seine Wut leuchtete mir ein. Dass er mich ohrfeigte und geschlagene zehn Minuten rumbrüllte, überstieg mein Verständnis dann doch. Um fünf Uhr früh setzte das natürlich den Ton für den Tag. Noch gestern grübelte ich, ob ich meinem Chef davon erzählen sollte oder nicht. Schließlich entschied ich mich dagegen. Es hätte eh nichts gebracht. — Am Nachmittag desselben Tages trat mich ein älterer Herr von meinem Fahrrad. Versehentlich zwar, aber ohne sich zu entschuldigen. Da lag ich also auf dem Radweg; das linke Knie und die Hände schmerzen immer noch. Nein, der Dienstag war definitiv nicht mein Tag.

Niedliche Lady auf der Straße vor meiner Haustür.

Niedliche Lady auf der Straße vor meiner Haustür.

Heute muss ich noch ein letztes Mal an den Schnittplatz, um den Clip für morgen fertig zu stellen. Freue mich riesig auf den »Salon Frivol«, es wird bestimmt ein prima Abend. Am Wochenende wird Le deuxième commencement in Athen gezeigt. Phantastisch, dass mein kleines Baby nach all der Zeit noch reist!
     Also: Ich hoffe, dass wir uns morgen im Ballhaus Mitte sehen werden! Beste Grüße, genießt die Sommerhitze; die Straßen dampfen nachts noch richtig nach — Großstadtsommer!

André

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4 thoughts on “22. Mai 2014

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