Filmtipp #191: Dreaming Mali

Dreaming Mali

Originaltitel: Dreaming Mali; Regie: Barbara Kowa; Drehbuch: Barbara Kowa; Kamera: Barbara Kowa, Markus Schaller; Musik: Markus Schaller, Toba Seydou Traure; Darsteller: Barbara Kowa, Markus Schaller, Sidi Sow, Adama Bagajogo, Papa Séku Doukansi. Deutschland/Mali 2009.

dreaming mali

Eigentlich hatte ich, als ich mit den Filmtipps begann, mir selbst das Versprechen gegeben, hier keine Filme von Freunden oder Bekannten zu besprechen. Nun habe ich bei Manuel Blanc und Stéphanie Michelini bereits gegen dieses Versprechen verstoßen — und bereue es keineswegs. Meine liebste Freundin Barbara hat heute Geburtstag, ein willkommener Anlass für mich, ein paar Worte über »Dreaming Mali« zu verlieren. Vorweg möchte ich jedoch klipp und klar darauf hinweisen, dass ich diesen Film aller Freundschaft zum Trotz nicht empfehlen würde, wenn ich ihn nicht wirklich gut fände.
     »Dreaming Mali« war ein Herzensprojekt, das über Jahre entwickelt und schließlich im September 2009 fertig gestellt wurde. Barbara Kowa und Markus Schaller waren mehrfach nach Mali gereist, um dort Aufnahmen zu machen. Das Ergebnis lässt sich schwer schubladisieren; ich persönlich würde »Dreaming Mali« ein filmisches Dokumentar-Gedicht nennen. Es ist keine wirkliche Dokumentation, aber natürlich fußt der Film auf realem Geschehen. Die einzelnen Kapitel erinnern an die Strophen eines Gedichts.
     Worum geht es? Um kulturelle Unterschiede, die mittels Kunst überwunden werden — Kunst als Kommunikationsform (ähnlich wie in meinem Rafael-Projekt). Dieses hehre Anliegen wird in rauschhaft schönen Bildern transportiert, die absolut einzigartig sein dürften. Barbara selbst schrieb zu »Dreaming Mali« folgende Zeilen:

     If art is a universal language, why shouldn’t it be possible to use it together with people of totally different social, religious and educational backgrounds?

     The Language of Art.
     We, Barbara Kowa and Markus Schaller, two visual and performing artists from Berlin, travelled to remote villages in Mali — villages without electricity or other comforts where people speak only Bambara. For our project, we used traditional techniques of smeliting ore, blacksmithing, music, dance and traditional songs from our different cultures.
    
We were amazed how easily an authentic contact could develop between two worlds.

     The World of Dreams.
    
In Germany, we dreamed of communicating only through art, so we started this project in Mali to turn our dream into reality. In Mali, dreams are already as real and as important as everyday life; the dream world is a parallel world of extraordinary importance. This helps to explain the culture and the mentality of the Malian people and inspired us to shoot several dream-like scenes with Malian villagers.

»Dreaming Mali« is a no-budget, digital, multicultural docu-fiction in German, English, French and Bambara, realized largely with the village people from Sikoro and Dioula Fondo in Mali.

Damit ist eigentlich alles schon sehr hübsch und vollständig umrissen. Ich habe »Dreaming Mali« inzwischen sechs oder sieben Mal gesehen und bin nach wie vor hingerissen von der Wärme und Hoffnung, die von diesem Film ausstrahlen. Von der atemberaubenden Schönheit ganz zu schweigen. Ich liebe die Bildfolgen, in denen Barbara mit den eingeborenen Kindern durch die Steppe tanzt, die Gesänge, die offenen, strahlenden Gesichter der Menschen.
     »Dreamling Mali« lief nach seiner Fertigstellung auf einigen Festivals in den USA und in Europa, und ab und zu macht Barbara ein kleines screening hier in Berlin. Der Film wurde unter anderem beim TBFF in Dallas, Texas als Bester Film ausgezeichnet. Die DVD kann (und soll) über ihre Website bestellt werden.
     Als Appetitanreger teile ich hier noch einige Fotos mit Euch.

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André Schneider

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