Filmtipp #186: Die schwarze 13

Die schwarze 13

Originaltitel: Eye of the Devil; Regie: J. Lee Thompson; Drehbuch: Robin Estridge, Dennis Murphy; Kamera: Erwin Hillier; Musik: Gary McFarland; Darsteller: Deborah Kerr, David Niven, Donald Pleasence, David Hemmings, Sharon Tate. GB 1965.

eye of the devil

Ein mit sanften Mitteln arbeitender, unterschwellig jedoch ungemein beklemmender Grusel-Thriller mit vorzüglichen schauspielerischen Leistungen ist diese durch und durch britische Produktion des US-Produzentenduos John Calley und Martin Ransohoff.
     Es geht um Aberglauben, Okkultismus und Menschenopfer. Um Euch nicht die Spannung zu rauben, möchte ich nur einen gestrafften Umriss der Handlung liefern: Der wohlhabende Schlossherr Philippe de Montfauçon (David Niven, Death on the Nile) lebt mit seiner Frau Catherine (Deborah Kerr, Julius Caesar) und den beiden Kindern in Paris. Eines schönen Sommertages taucht ein kauziger alter Mann auf und gibt ihm die Order, zu seinem entlegenen Anwesen zurückzukehren: »Es ist Zeit!« — Der Grund: Zum dritten Mal hintereinander wurde das Dorf von einer Missernte heimgesucht. Nun soll sich, einer uralten Tradition folgend, der Schlossherr in einem bizarren Ritual den Göttern der Fruchtbarkeit opfern. Die besorgte Catherine folgt ihrem Mann — nicht ahnend, was sie auf dessen Schloss erwartet…

Auf dem Roman »Day of the Arrow« basierend, hatte »Eye of the Devil« eine schwere Geburt gehabt und nach ewigem Hin und Her erst 1967 seinen Weg in die Kinos gefunden. Schon bei der Auswahl des Regisseurs hatte es im Vorfeld ein regelrechtes Gerangel gegeben: Michael Anderson (The Quiller Memorandum), Arthur Hiller und Sidney J. Furie stritten sich um den Auftrag, bevor J. Lee Thompson (Cape Fear, Taras Bulba) den Zuschlag erhielt. Unter dem Arbeitstitel »13« begannen die Dreharbeiten Anfang 1965 in Frankreich, um dann in den MGM-Studios in Borehamwood abgeschlossen zu werden. Der Film war beinahe fertig, als sich Kim Novak (Bell Book and Candle), der weibliche Star des Films, bei einem Reitunfall den Rücken verletzte und nach einem Krach mit Ransohoff beleidigt das Feld räumte. Letzten Endes geschah dies zugunsten des Films, der zwar zum Großteil neu gedreht werden musste, nun aber mit Deborah Kerr eine ungleich fähigere Hauptdarstellerin hatte. Heimlicher Star von »Eye of the Devil« sollte allerdings Ransohoffs Neuentdeckung Sharon Tate werden, deren Karriere er mit drei beinahe parallel gedrehten Prestige-Filmen — die anderen beiden waren The Fearless Vampire Killers und »Don’t Make Waves« (Regie: Alexander Mackendrick) — geschickt lancierte. Ihre geheimnisvolle, fast magische Schönheit verleiht ihrer Figur der okkulten Hexe Odile de Caray eine dem Horrordrama ausgesprochen zuträgliche Bedrohlichkeit. In weiteren Rollen sind Donald Pleasence (Cul-de-sac), Edward Mulhare, Flora Robson (Murder at the Gallop), Emlyn Williams (Night Must Fall), David Hemmings und John Le Mesurier dabei. Seinerzeit ein Flop, gilt der Streifen heute als kleiner Klassiker des Gruselkinos.

André Schneider

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