28. Dezember 2013

Fragebogen: André Schneider
Bericht von Simone Rauth, 28. Dezember 2013.

In seinem neuen Film One Deep Breath geht es um den Verlust der Liebe. Ein weiterer Kurzfilm, Le cadeau, handelt von dem Geschenk der Liebe. Außerdem brachte der Wahl-Berliner 2013 eine Biographie der Schauspielerin Marisa Mell heraus, einer Frau, die zeitlebens vergebens nach Liebe suchte. 26 Fragen an André Schneider.

Wann waren Sie wirklich glücklich? 

Mit meiner Familie beim Weihnachtsessen, mit Chelito zu Hause oder beim Spaziergang, auf meinem Sofa nach einem langen Arbeitstag oder auf dem Filmset in Paris bei der Arbeit.

Was ist Ihre größte Angst?

Eine langwierige Krankheit, Schmerzen oder Unglück für meine Liebsten.

Welche lebende Person bewundern Sie am meisten — und weshalb?

Meine Schwester. Was die in den letzten acht Jahren leisten musste, ist wirklich enorm.

Welches ist Ihre früheste Erinnerung?

Eine meiner frühesten Erinnerungen sind die riesigen Hände meines Urgroßvaters Moritz. Ich erinnere mich deutlich an die dünne, pergamentartige Haut, die dicken, bläulichen Adern und ein Relief von Knöchelchen. Ich fand das unheimlich faszinierend.

Welche Zauberkraft hätten Sie gern?

Schmerzen lindern zu können.

Welchen Charakterzug schätzen Sie an sich am wenigsten?

Ich verzeihe keinen Verrat und bin nachtragend. Das frisst so viel Energie und hat mich über die Jahre sehr misstrauisch gemacht. Ich mag mein Misstrauen nicht. Ich wäre auch gern blöden Arschlöchern gegenüber etwas gelassener.

Welchen Charakterzug schätzen Sie an anderen am wenigsten?

Vorsätzliche Bösartigkeit, Grausamkeit, Feigheit, herablassende Überheblichkeit, Kleinkariertheit, Humorlosigkeit.

Welcher war der bislang peinlichste Augenblick in Ihrem Leben?

Eine wirklich dumme Lüge, der ich in die Augen schauen musste.

Welches ist Ihr liebstes Eigentum?

Mein Schreibtisch, der mich schon seit 20 Jahren begleitet.

Welches ist Ihr liebstes Buch?

Oh, das sind so verdammt viele! Ich mag die Bücher von Kevin Vennemann, Marc-Uwe Kling, Sibylle Berg und dem Uschmann so gerne, dann natürlich die Franzosen von Duras bis Grangé. Ich lese mit Vorliebe Biographien und Klassiker. »Erinnerung an meine traurigen Huren« von Márquez hat mich sehr berührt, Patricia Highsmith finde ich spannend. Märta Tikkanen: »Die Liebesgeschichte des Jahrhunderts«.

Welches ist Ihr Lieblingswort?

»Menno!« oder »niedlich« oder »drumdrieselig«…

Was macht Sie niedergeschlagen?

Die Nachrichten.

Was mögen Sie an Ihrer äußeren Erscheinung am wenigsten?

Den Bauch. — Wobei ich bei anderen ein kleines Bäuchlein ja durchaus sexy finde.

Wer würde Sie in einem Film über Ihr Leben spielen?

Julien Doré vielleicht?

Wie würden Sie sich für ein Kostümfest verkleiden?

Käme auf das Motto der Party an, aber ich würde liebend gerne mal einer der Muppets sein, Kermit vielleicht oder The Great Gonzo.

Welches Musikstück sollte bei Ihrem Begräbnis gespielt werden?

»Sugar« von Tori Amos.

Was ist Ihre geheime Leidenschaft?

Spanische, portugiesische und südamerikanische Poesie, französische Popmusik, Jazz, ausgiebig und gut essen, knutschen.

Wo möchten Sie gern leben?

In Irland gibt es so wunderschöne Cottages, das ist vielleicht mein größter Traum. Aber ohne eine Zweitwohnung in einer Großstadt — Berlin? Paris? Dublin? — ginge das nicht.

Wer oder was ist die größte Liebe Ihres Lebens?

Unterm Strich ist es vermutlich mein Beruf, auch wenn wir manchmal auf Distanz gehen, um uns dann wieder anzunähern. Aber in einer intensiven Liebesbeziehung ist das immer so, denke ich.

Wie fühlt sich Liebe an?

Wie Feuer: sie brennt und sie wärmt. Liebe ist wie Leben, es geht um Atmen, Musik und Hoffnung.

Wer wären Ihre Lieblingsgäste bei einer Dinnerparty?

Wir machen uns einen englischen Abend: Albert Finney, Ben Cohen, Vanessa Redgrave, Dan Smith, Kate Bush, Jennifer Saunders, Tom Hardy, Rafe Spall, Dani Behr, Kristiane Backer, Stephen Fry und ich.

Wenn Sie in die Vergangenheit reisen könnten — wohin?

San Francisco 1967 vielleicht? Oder Rom 1970.

Was ist Ihre größte Leistung?

Die steht noch aus: mein erster richtiger Roman.

Wie soll sich die Nachwelt an Sie erinnern?

Als einen, der die Menschen schmunzeln ließ und ihnen Freude gebracht hat. Das wäre fein.

Welche ist die wichtigste Lektion, die das Leben Sie gelehrt hat?

Nimm das Leben so an, wie es ist, akzeptiere, liebe und ehre es. Sei dir des Geschenks des Lebens bewusst.

Verraten Sie uns bitte ein Geheimnis:

Patsy Kensit turns me on!

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