18. Juli 2012

Le deuxième commencement
Bericht von Andrea, private-filmkritiken.blogspot.de, 8. Juli 2012.

Le deuxième commencement — »Der zweite Anfang« ist ein Film von André Schneider (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2012.

Worum geht es? André (André Schneider) und Laurent (Laurent Delpit) waren für zehn Jahre ein Paar und haben in Paris gelebt. Seit fast drei Jahren sind sie nun getrennt und hatten in dieser Zeit keinen Kontakt miteinander. André ist wieder zurück nach Berlin gezogen und hat versucht, sich hier ein neues Leben aufzubauen. Er arbeitet als Regisseur und hat eine lockere Beziehung zu Gabriel (Marc Hodapp), mit dem er auch arbeitet.

Eines Tages erhält André einen Anruf von Laurent, der ihn besuchen möchte. Noch am gleichen Abend steht Laurent vor der Tür und keiner von ihnen weiß, was dieser Besuch bewirken wird. Eines ist von Anfang an klar, es gibt nach wie vor eine starke Anziehung zwischen ihnen. Ein Teil des Films besteht darin, dass beide ihre Sicht der Dinge erzählen, wie bei einem Interview. Sie reden über ihre Beziehung, darüber wie sie sich kennengelernt haben und ihre Trennung. Während Laurent einige Dinge vergessen hat, ist André derjenige, der sich an jedes einzelne Detail erinnern kann.

Ihre Beziehung ist zerbrochen, weil beide wohl unterschiedliche Lebensauffassungen hatten. Nun, fast drei Jahre später stellen beide fest, dass sie immer noch viel verbindet, und das ist nicht nur der Sex. Beide sind reifer geworden und können sich durchaus ein weiteres Leben miteinander vorstellen. Eben eine zweite Chance, glücklich zu werden.

Interessant ist, wie beide ihre damalige Beziehung sehen. Laurent ist da eher locker und unverbindlich, während André die Sache viel ernster genommen hat. Rückblickend kommen beide zu der Erkenntnis, zusammen eine sehr schöne Zeit gehabt zu haben und darauf aufbauen zu wollen.

Die Besetzung ist einfach perfekt, denn sowohl Laurent Delpit als auch André Schneider sind einfach grandios in ihren Rollen und außerdem noch wunderschön anzuschauen. Beide sind liebenswert und sehr charmant und ihr Zusammenspiel ist ausgesprochen glaubwürdig.

In den kleinen Nebenrollen kann man sich noch an dem (leider viel zu kurzen) Auftritt von Marc Hodapp erfreuen, von dem ich gerne mehr gesehen hätte, sowie an Hanna Schwab als etwas durchgedrehter Nachbarin Ariane.

Unterlegt ist das alles mit schöner Musik von Thorsten Strohbeck und [wurde] von Kamerafrau Jennifer Eberhardt in wunderbaren Bildern eingefangen. Eigentlich ein kleines Kammerspiel, das durch seine zauberhaften Darsteller zum Leben erweckt wird. Sehr gelungen.

Mit fünfzig Minuten Laufzeit ist das hier ein halblanger Spielfilm, der demnächst auf einigen Festivals zu sehen sein wird.

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