11. September 2011

Heute vor zehn Jahren war ich mit Christian Wolf in seinem Studio in Hannover. Wir nahmen »E« auf, das zu einem meiner liebsten Stücke auf dem Lover’s Space-Album wurde. Am Nachmittag hörten wir von den Angriffen auf New York. Ich erinnere mich an ein Gefühl der Ungewissheit. Bilder von Menschen, die aus den fallenden Türmen springen. Plötzlich war die Angst vor Krieg da. George W. wurde ganz plötzlich vom Wahlbetrüger zum Helden, die Flughäfen zu Sicherheitszonen. Die Perfidie des Ganzen wurde erst in den Folgejahren in ihrem vollen Umfang erfahrbar. Was für eine verrückte Zeit! Heute, zehn Jahre danach, blüht das Geschäft mit der Hysterie weiterhin, die riesigen Krater in Manhattan klaffen nach wie vor wie offene Wunden den New Yorkern entgegen. Doch es gibt auch Heilung, Besinnung und eine Zukehr zur Ruhe. Man sieht überall, allen Verwundungen und der Panikmache trotzend, Menschen, die sich einander zuwenden, sich füreinander öffnen und ihre Zeit nicht mit Hass und Wut verschwenden. Vielleicht stimmt es ja, dass in jeder Katastrophe auch die Chance ihre Keimlinge gesetzt hat? In jedem Fall ist es ein schöner Gedanke an diesem Sonntag. Passt auf Euch auf, nehmt einander mal in den Arm.

André

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