23. August 2011

Heute wird meine Oma Hanna 89 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch nach Bockhorn! Auf dass Du noch lange gesund und froh bleibst!
     Ein Tag, der mit blauem Himmel und Sonne begann, verdüsterte sich, als um die Mittagszeit die Nachrichten von Loriots Tod berichteten. Der Himmel fing an zu weinen; eine Stunde später gewitterte es über Berlin, man dachte: »Ach was?«, und obwohl man heulen musste, ließ sich ein Schmunzeln nicht unterdrücken. Was für ein Geschenk uns dieser Mann machte! Auch nach so langer Zeit, nach so vielen Wiederholungen kitzeln seine Sketche und Filme und Zeichnungen und Bonmots unser Zwerchfell bis zur Schmerzgrenze und wieder zurück. Nun ist das letzte wirkliche komische Genie dieses Landes gestorben und hat uns mit Mario Barth alleine gelassen. Ein bitterer Scherz zum Abschied, den man ihm fast übel nehmen könnte. Doch dann nimmt man sein Jodeldiplom zur Hand und fasst Trost in dem Gedanken, dass er und Evelyn Hamann nun gemeinsam den Himmel rocken und wir uns auf ein heitereres Jenseits zwischen Nether Addelsthorpe, Thrumpton Castle und Middle Fritham freuen dürfen, mit und ohne Quietscheentchen. Und: »Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.« Gute Reise, Herr von Bülow — und vielen Dank für alles! Man wird Sie hier schmerzlich vermissen.
     Als ich im Oktober 1999 mein Studium an der FU begann, hielt Vicco von Bülow die Immatrikulationsrede, seine wohlbekannte »Rede an die Jugend« — so wurde ich damals in Berlin willkommen geheißen, wie schön.
     Werde heute nur noch ein paar Briefe schreiben, die mit Le deuxième commencement zu tun haben, und mich dann mit einer Loriot-DVD ins Bettchen legen.
     »Holleri du dödel di!«, bis zum nächsten Mal.

André

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