25. Juli 2011

Was für ein Wochenende!
     Das Massaker in Norwegen, die heuchlerischen Scheinempörungen darüber auf Facebook und anderswo lassen einen sprachlos zurück. Heute wird Anders Behring Breivik dem Haftrichter vorgeführt und bat laut »Welt Online« darum, dass er in Uniform erscheinen dürfe und die Verhandlung vor den Augen der Öffentlichkeit stattfände, damit er sich der Welt erklären könne. Hoffentlich gewährt das Gericht ihm diese Plattform nicht, es gibt ja schon sein im Internet veröffentlichtes Manuskript von über 1.500 Seiten.
     Ansonsten kann und braucht man zu dem Ganzen eigentlich nichts schreiben, niemandem wird dadurch geholfen. Und nicht nur die Leben von über 90 Menschen wurden ausgelöscht, es wurden Familien zerstört, ein ganzes Land paralysiert.
     Der frühe und vorhersehbare Tod von Amy Winehouse war und ist ebenso ein großes Thema der letzten zwei Tage. Ganz leise schlich sie sich aus einem lauten Leben. Wieder jemand, der den Druck nicht verkraftete und sein Talent mutwillig zerstörte. Immerhin gehört sie nun mit Brian Jones, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison, Kurt Cobain, Alexandra und vielen anderen zum illustren Klub 27 — für eine Musikerin ihres Kalibers die vielleicht größte (makabere) Ehre. Ich wünsche ihr, dass sie endlich Frieden gefunden hat.

Und sonst? Sarrazin hat es mal wieder geschafft. Schön viel Aufmerksamkeit, ganz viel Empörung, in der er mit Wonne baden, ein kalkuliertes Skandälchen, von dem er hoffentlich noch lange zehren kann.
     Ein regnerischer Sommer, ein gräulich-lehmiger Brei, der den Himmel überzieht, das Quecksilber knapp über zehn Grad, aber es gibt Schlimmeres…
     Kommt gut in die Woche, alles Liebe.

André

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