28. Februar 2011

»Und die Aussicht ist gut / und der Sommer kommt wieder / die Mädchen der Stadt verlieren ihr Wintergefieder«, singt Axel Bosse auf seiner neuen CD, die von Anfang bis Ende herrlich nach Frühling schmeckt und einen federnd durch Tage und Nächte trägt.
     Kalt ist es noch immer, aber der Himmel strahlt wolkenlos, die dunkle Jahreszeit verendet, die Energien werden wieder mobilisiert. Bald wird es grünen, die Singvögel kommen aus ihren Winterquartieren zurück, die süße Diana Amft hat ihr charmantes Arschloch endlich gekriegt, Guttenberg ist Helene Hegemann und kann seinen Doktortitel nun abschreiben, Natalie Portman hat verdientermaßen ihren Oscar bekommen und Breaking Glass Pictures, unser amerikanischer Verleih, hat die Veröffentlichung unseres Films in Nordamerika auf den 5. April festgesetzt. Die ersten Pressestimmen sind gut, und in den DVD-Charts sind wir dank der zahlreichen Vorbestellungen noch vor »Burlesque« (Regie: Steve Antin) auf Platz 6. Das belebt. Sehr. Die Welt ist also doch noch im Lot, wie beruhigend. Wenn man einen Mercedes bestellt, bezahlt und obendrein die Baupläne dafür geliefert hat und dann ein kaputtes Fahrrad vor die Tür gestellt bekommt, so kann das das Universum nämlich durchaus in Frage stellen. Man kann sich (mit einigem Recht) darüber aufregen, zetern, schimpfen, heulen — oder loslassen. Das Loslassen tut letzten Endes weniger weh und spart Kraft. Außerdem ist ein kaputtes Fahrrad immer noch besser als gar keins, oder?
     Wieder nur ein kleines Lebenszeichen von mir, eine kurze Versicherung, dass es wieder bergauf geht und dass ich Euch einen wonnigen Start in den März wünsche. Und weil ich so verliebt in Bosses »Wartesaal« bin, möchte ich mit ein paar Songzeilen schließen: »Ich bin so weit weg / weit weit weg / um wieder nah zu sein / jedes Problem wird wie Luft sein.«

André

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