11. November 2010

Ein frostig-trüber Himmel, ein bunter, feucht-rutschiger Blätterteppich, novembrige Nacktheit in den Bäumen und Büschen, und die Menschen scheinen sich auch schon auf ihren Winterschlaf vorzubereiten. Berlin wird für die kommenden vier Monate hässlich sein. Nur ein klitzekleiner Eintrag heute.
     Für das zahlreiche Erscheinen am Montag möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bedanken. Das Kino International, die schöne Prinzessin unter den Berliner Kinos, war überraschend voll, die Stimmung hervorragend, und ich glaube, Alex und der Löwe hat gefallen. Pro-Fun und die Yorck-Gruppe waren großzügige Gastgeber. Für mich war dieser Abend nötig. Vor allem, um eine Arbeit, die im Herbst 2008 begann, endgültig abzuschließen. Ein Film ist wie ein zeitfressendes Krokodil. Schnapp! — und schon sind zwei Jahre weg. Im Nachhinein bin ich froh, doch hingegangen zu sein; es war schön, Beate, Marcel, Klaus, Yuri und die anderen zu sehen.
     Seit vorgestern ist die DVD überall im Handel erhältlich. Über 500 Vorbestellungen sind gleich am ersten Tag ausgeliefert worden. Hoffentlich hält die Euphorie ein Weilchen an. Je mehr Kopien verkauft werden, desto besser stehen meine Chancen, auch zukünftig Filme machen zu können.

Mein lieber Bekannter und Kollege Stephan Rumphorst (alias Sten Jacobs) hat in dem Stück »Der Kick« die Regie übernommen, morgen ist im Kulturhaus Spandau die Premiere, auf die ich mich unwahrscheinlich freue. Es wird der Auftakt für mein für längere Zeit letztes Wochenende in Berlin sein.
     Nun sende ich in aller Kürze die liebsten Herbstgrüße hinaus, ich hoffe, Ihr macht Euch einen schönen November.

André

Nachtrag, 13. November 2010:
     Der Ausflug nach Spandau lohnte sich wirklich! »Der Kick« ist eine in Deutschland angesiedelte Fassung von Moisés Kaufmans »Laramie Project« — was wieder einmal beweist, dass Gewalt ein universelles Thema ist. Stephan hat Andres Veiels bewegendes Stück bei aller Härte, Komplexität und Tragik sehr klar und leicht inszeniert. Die Schauspielerinnen und Schauspieler — besonders Brigitte Reither und Tobias Frieben — sind fabelhaft! Die Inszenierung wird bis Januar 2011 noch einige Male zu sehen sein; ich lege Euch einen Besuch hiermit allerwärmstens ans Herz.

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