1. September 2008

Der September beginnt

Diese Tage und Wochen, in denen sich alles — aber auch wirklich alles! — zu überschlagen scheint. Gestern war doch noch Januar! Der 30. Geburtstag liegt doch noch nicht lange zurück! Und Namibia, Kapstadt, Shakespeare… So nah und schon so fern, wir sind mitten in der Pfifferling-Zeit. Lecker mit Zwiebeln und Speck und etwas Schmand. Die Tage werden lang schon wieder kürzer, und so langsam muss man die Heizung wieder anschmeißen. Und das, wo die Gaspreise um zum Teil groteske 20-30% gestiegen sind. Benachrichtigung vom Anbieter: »Wir müssen Ihnen leider mitteilen, dass wir aufgrund blablabla blablabla um 22% erhöhen müssen. blablabla Wir sind trotzdem immer noch der günstigste Anbieter.«

Wie oft ich mir geschworen hatte, die neue Wohnung würde eine Badewanne haben! Und was ist? Duschbad. Was soll man machen, sich unter die Dusche legen, um einen Badeeffekt zu erzielen? Ist doch frustrierend, das alles. Aber: Das cineastische Kino-Sommerloch ist vorbei, es laufen zum Teil phantastische Filme. Über »The Dark Knight« (Regie: Christopher Nolan) wurde und wird allerorts so viel berichtet, dass ich mir meinen Senf dazu sparen werde. Der wuchtige, stimmungsvoll-düstere Soundtrack von Hans Zimmer kommt gut beim längeren Auto- und Bahnfahrten.
In der Nacht vom 23. auf den 24. August begegnete ich — nein: WIR! — Gott. So unglaublich es klingt, so wahr ist es. Barbara war die erste, der ich’s erzählte, und sie fragte: »Und was hat sie gesagt?« — Es fiel mir schwer, das zu beantworten, denn unsere Begegnung mit ihr fand über dem Verbalen statt. (Sie war nicht non-, sondern überverbal, wenn man das so sagen kann.) Was auch immer mir in meinem Leben noch geschehen mag, egal, wie unsicher, traurig, verloren ich mir zuweilen vorkommen werde, ich weiß, dass wir letzten Endes aufgehoben und geborgen sind, und zwar ausnahmslos alle. Wie schön, wie tröstlich! Wie klar die Aussichten sind. Wissen, wie sich das künftige Leben gestalten lässt. Das »neue« Leben…? Der neue »Abschnitt«…? Nein, anders ausgedrückt: Ich habe endlich ein Leben! Die Wartezeit war lang, sehr lang, und ich war drauf und dran, mich »abzufinden« — scheußlich, oder? Und urplötzlich und unverhofft kommst du an und brichst gleichzeitig auf! Altlasten zerbröseln und saufen ab, all das, was wie ein Alp auf einem lastete, jahrelang schlaflos und hungrig machte, verpufft in bläulichen Rauchschwaden, die Unstetigkeit, das Brennen und Hasten, die Ruhelosigkeit, das ewige, nicht totzukriegende Sehnen und die Müdigkeit machen einem »höheren Sinn« Platz. Klingt prosaisch, aber wie will man eine Begegnung mit Gott anders mit Worten umreißen?
Manchmal bist du so wach und klar und lebst.
Kommt gut in und durch diese Woche und vergesst bitte nicht, mir zu schreiben.

P.S.: Absolut sehenswert: der sehr bekiffte Kollege James Franco, der bei MTV über seinen neuen Film spricht. Irgendwie niedlich zwar, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das Management das besonders prickelnd fand.

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