10. Dezember 2007

Zu schlecht. Die Fortsetzung.

Seinerzeit versprach ich, die Liste der miesesten Filme fortzusetzen. Zwischenzeitlich sah ich noch zwei ganz, ganz erbärmliche Machwerke. Zudem fielen mir noch ein paar ein, die ich verdrängt hatte. Werde es wieder so handhaben, dass ich die Regisseure nicht erwähne. Auf geht’s!

»Big Momma’s House 2«: Wurde seinerzeit gezwungen, mir diesen Film anzuschauen, obwohl ich deutlich ahnte, was mich erwartete. Indiskutabel. Das Plakat war das beste an diesem Film. Und das war schon verdammt mies.

»DarkWolf«: Tippi Hedren erspart sich nichts. »Um meine Tiere ernähren zu können, nehme ich jede Rolle an«, rechtfertigte sie sich 1994 in einem Interview, als sie auf »The Birds II: Land’s End« angesprochen wurde. Und als Fan verzeiht man sowieso einiges. Bei »DarkWolf« — ich bin ganz ehrlich — hat sich mein Verständnis nahezu erschöpft. Es war schlicht nicht aushaltbar. Werwolf-Filme sind ohnehin grenzwertig und eigentlich nur erträglich, wenn eine Prise Humor ganz Ganze auffrischt. Kürzlich erschien übrigens »Blood and Chocolate« (Regie: Katja von Garnier), ein US-Werwolf-Schocker mit Katja Riemann als Werwolf-Tante. Och nööö, also wirklich!

»Black Christmas« (Remake): 1974 erschien »Black Christmas« (Regie: Bob Clark), ein spannender und für seine Zeit ziemlich brutaler Thriller um einen Killer, der auf dem Dachboden eines Mädchenwohnheims lauert, während unten eine Weihnachtsfeier im Gange ist. Zum Zeitpunkt seines Erscheinens ging das Werk ein wenig unter, 20 Jahre später war es ein Kultfilm, heute ist es fast ein kleiner Klassiker. Im Remake von 2006 werden Augäpfel zermatscht und gegessen, es gibt unappetitliche Inzest-Sexszenen und Eiszapfen, die sich durch Gesichter bohren, ansonsten regieren Langeweile, schlechte Dialoge, miserable Akteure (u. a. auch Goldie Hawns Sohn) und eine stümperhafte Regie um die Wette. Zurecht ein Flop und einer der schlechtesten US-Horrorfilme der letzten zehn Jahre.

»Bloodline«: Jet-Set-Krimi, der seine Drehorte (München, London, New York, Paris, Kopenhagen und Sizilien) und die Kostüme der Stars (Audrey Hepburn, James Mason, Ben Gazzara, Omar Sharif, Romy Schneider, Gert Fröbe, Beatrice Straight, Irene Papas, Michelle Phillips, Ivan Desny, Vadim Glowna) wichtiger nimmt als seine Handlung. Die ist so sprunghaft und löchrig, dass dem Zuschauer spätestens nach 20 Minuten egal ist, worum es hier eigentlich geht. Für alle Beteiligten war’s ein Karrieretiefpunkt. Schon die Romanvorlage, ein Bestseller von Sidney Sheldon, ist bestenfalls mittelmäßig zu nennen. Bei der phantasielosen, unkoordinierten Regie verliert sich im Film auch der letzte Rest an Charme.

»La strada dei giganti«: Die Knef hatte echt Pech! Eine ehrgeizige und gute Schauspielerin, die irgendwie nie so richtig Fuß fassen konnte. Fast 60 mehr oder weniger schlechte Filme. »Die Furchtlosen von Parma«, so der deutsche Titel dieses Machwerks, das kaum als Film zu bezeichnen ist, stand auf der Liste ihrer am wenigsten gemochten Filme ganz oben: »Ich hab da einen Film gemacht, ›Die Furchtbaren von Parma‹ oder so, da wünschte ich, das Negativ würde verbrennen…!«

»Mia aioniotita kai mia mera«: (Nehmen wir an…) Du bist ein griechischer Filmemacher von Weltruf, hast einen grandiosen Film gedreht und bist dafür rechtmäßig mit Filmpreisen überschüttet worden. Dann weißt du irgendwie nicht genau, was du machen sollst. Hast viel Geld, das du in einen Film stecken willst, und alle Freiheiten, aber partout keine Idee. Schließlich schnappst du dir einfach einen europäischen Star-Charakterdarsteller (Bruno Ganz) und lässt ihn einige Tage lang mit einem Hund an der griechischen Küste spazieren gehen. Diesen Gassigang filmst du in 13 Einstellungen und lässt Eleni Karaindrou einen denkwürdigen Soundtrack komponieren, mit dem du den Filmmüll unterlegst. Dein Film ist ganze 135 Minuten lang, der Zuschauer empfindet ihn mehr als doppelt so lang. Du bist zufrieden. In der Werbebroschüre gaukelst du den Cineasten dann noch vor, der etwas hohl geratene Film handle von »der Sinnsuche«, sei »philosophisch und poetisch«. Und schon hagelt’s erneut Filmpreise und Anerkennung. Die ganzen Möchtegern-Intellektuellen von den Filmhochschulen verehren dich demütig und holen sich einen darauf runter, dein »Meisterwerk« gesehen zu haben. Deutscher Titel: »Die Ewigkeit und ein Tag« — sehr treffend.

»Sesso nero«: Der deutsche Vertrieb: »Marc Lester leidet an einer Krankheit, die seinen Penis gefährdet. Ihm bleibt nicht mehr viel Zeit, bis er wie ein Huhn kastriert wird. Gleichzeitig plagen ihn Erinnerungen an die schöne Myra. Doch als sie verschwand, ging das Gerücht um, dass ihr Geist durch einen Voodoo-Meister in eine Flasche verbannt wurde. Die Ungewissheit macht Marc depressiv, wodurch auch seine Fickereien zu leiden haben. Ein Teufelskreis zwischen Voodoo und Sperma zieht sich zusammen wie die Arschrosette einer Eingeborenen: Myra.« — Liest sich eigentlich ganz spaßig, was? Dachte ich auch. Dahinter verbirgt sich eine krude Mischung aus Voodoo-Horror und Hardcore-Porno, die nicht nur langweilig, sondern vor allem menschenverachtend und rassistisch ist. (Irgendwie doppelt gemoppelt, oder? Rassismus ist ja eine Form der Menschenverachtung. Egal.) Deutscher Titel: »Orgasmo Nero III — Schwarze Haut auf weißem Sand«.

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