5. Oktober 2007

Chelito in Berlin

Er schlug bei mir ein wie eine Bombe. Wir kennen uns erst seit zwei Tagen — schon zieht er bei mir ein. Er ist charmant, aber ein kleiner Macho. Ein Spanier. Un Mallorquino. Temperamentvoller Partyliebhaber. Technisch gesehen ist er zwar (noch) ein Teenager, aber seine Rückenbehaarung ist beeindruckend. Was für ein Mann!

chelito-tierheim-hildesheim

Nachtrag: Chelito hat jetzt seine erste Nacht bei mir verbracht und ist sehr brav, anhänglich und frech. Im Schlaf hat er ein wenig geweint, aber das ist kein Wunder nach allem, was er schon hinter sich hat. Er wurde 2005 oder 2006 auf Mallorca geboren. Dort befreiten ihn deutsche Tierschützer aus einer Tötungsstation. In vielen Ländern — vor allem in den USA und auch bei unseren europäischen Nachbarn — werden Hunde in den Tierheimen nur zwei bis vier Wochen betreut. Werden sie in dieser Zeit nicht vermittelt, kommen sie auf die Tötungsstation, wo sie vergast oder eingeschläfert werden. Chelito hat man aus so einer Tötungsstation nach Deutschland geholt. — Noch in Spanien wurde er stümperhaft kastriert, es gab Entzündungen, so dass er hier noch zwei weitere Male unters Messer musste. Dann kam er in die Verwahrung des Tierheims Hildesheim. Er ist stark menschenbezogen, und die OP-Nachwirkungen haben ihn ganz schön mitgenommen, so dass er auf einer privaten Pflegestation betreut wurde. Von dort habe ich ihn adoptiert. Ich habe lange überlegt, ob ich mir einen Hund anschaffen soll. Fünf Jahre. Dann dachte ich mir, warum eigentlich nicht? Probleme gibt es immer. Wenn man sich um Lösungen bemüht, klappt es auch.

Chelito ist ein Terrier-Mischling. Er mag Rüden, die nicht kastriert sind, nicht sehr gerne. Mit Bootsmann gab’s schon reichlich Zoff. Klötenneid. Kennen alle Frauen. Der Terrier-Dickkopf braucht noch einige Erziehung. Beim Spielen ist er sehr stürmisch, er will immer knutschen, und wenn man sich ihm entzieht, schnappt er schon mal (liebevoll) zu. Aber er fährt gerne Auto, ist sehr verschmust und gutmütig. Er hat ein so freches, bildhübsches Gesicht, dass man ins Schwärmen gerät. Der Jagdtrieb ist ausgeprägt. Zudem leidet er unter Größenwahn. Er hält sich für eine Dänische Dogge oder einen Irischen Wolfshund. Aber auch das ist typisch für einen Terrier. — Eigentlich mag ich eher große Hunde. Labradore, Schäferhunde, Doggen, Rottweiler, Dalmatiner etc. In der Größenordnung. Terrier finde ich zwar niedlich, auf Dauer jedoch sehr anstrengend. Das Gekläffe — neigt Chelito zum Glück nicht sooo zu —, die hastigen, hysterischen Bewegungen. Tja, unverhofft kommt oft. Jetzt hab ich da einen sitzen. Er springt wie ein Flummi. Das ist das Jack-Russell-Blut. Und braucht viel Aufmerksamkeit und Liebe.
Prost! Auf eine schöne gemeinsame Zeit.

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