20. Juli 2007

Cuando pierdas todas las partidas…

Kurzer Bericht, Teil 2. Federica ist purpurrot. Das überchlorte Wasser des Hotelpools hat ihre Haut in blühende Landschaften verwandet. Unsere Maskenbildnerin schlug sich mit der flachen Hand immer wieder gegen die Stirn. Es ist faszinierend, fluchenden Italienern zuzuschauen. Auch sonst geht es Federica nicht gut. Sie ist im dritten Monat schwanger und wurde nicht umbesetzt. Bei 35 Grad und schwangerschaftsbedingtem Unwohlsein muss es für sie die Hölle sein. Sie ist duldsam. Ihre Tapferkeit ist bewundernswert. Ja, die Frau ist heroisch und freundlich. Nur einmal platzte ihr der Kragen: Am letzten Tag der Außenaufnahmen bei Aranjuez lehnte sie sich gegen unseren Transporter, der dermaßen aufgeheizt war, dass sie sich den Arm verbrannte.
Bei unserer Liebesszene — gleich am ersten Drehtag, das enthemmt — nahm Carlo nur unsere Gesichter, Beine und meinen Arsch Rücken auf, damit man Federicas Bauch nicht sieht. Und meinen auch nicht. Man sieht ihr nämlich an, dass da was wächst. Carlo filmt sie so, dass der Zuschauer nichts merkt. Die Kostüme tun ihr übriges: Federica trägt grotesk große Taschen und Tücher.
Auch ich trug schon kleinere Verletzungen davon. Ich ratschte mir an einem Nagel die Hüfte auf. Wie das passieren konnte, weiß der Himmel. Durch Müdigkeit und hitzebedingtem Delirium merkte ich es erst, als die Maskenbildnerin zu schreien anfing. Jetzt habe ich halt einen kleinen Kratzer, der vielleicht zur Narbe wird. Schönes Andenken. Wieder ärgere ich mich, keinen Fotoapparat zu besitzen. (Werde noch heute einen Vermerk machen, damit ich es auf den Weihnachtswunschzettel setzen kann.)
Einkaufen, Essen gehen oder gar ins Kino oder zu einer Party — no way! Keine Zeit. Und wenn wir doch mal früher Feierabend haben, d. h. de facto ca. 22, 23 Uhr, dann bin ich von der Hitze, den Textproben, der Fahrerei und dem Dreh an sich so fertig, dass ich nur noch schlafen will. Nur noch einen halben Arbeitstag, dann hab ich endlich frei. Am Dienstag erst geht es für mich weiter. Ich muss dringend Kraft schöpfen und viel, viel schlafen. In diesem Sinne: Ciao!

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