30. April 2007

37 Grad im Schatten

Der Schweiß rinnt mir nur so den Nacken runter. Und dieser Durst! Alle zwei Haltestellen muss ich aussteigen, um mir eine neue Wasserflasche
zu besorgen. Ich war wütend. Wie konnte er sich nur einbilden, dass ich ihm gehören würde. Als ich aus
der Bahn stieg, überlegte ich noch lange, wo ich ihn schon einmal gesehen hatte. Es mochte mir partout nicht einfallen. Aber er wirkte so vertraut. Ich
spürte, wie meine Wut verpuffte. Insgeheim nahm ich mir vor, ihm seine Kreditkarte zu klauen und das Konto leer zu räumen. Ha! Rache ist Blutwurst!
Ich würde ihm auflauern, den Totschläger in der rechten, das Tränengas in der linken Hand. Er hat keine Chance. Vorher aber noch ein Kippchen.
Ich setzte meine dunkle Sonnenbrille auf und schrieb ihm einen deftigen Abschiedsbrief. Das Schwein sollte bluten!
»Mein Name ist Nobody!« sagte ich ihm, »aber du kannst ruhig Malte sagen.« Er wusste nicht, wie ihm geschah. Die Waffe vor seinem Gesicht habend,
erpresste ich meine blaue Badehose und nahm sie in meine Gewalt. Ich beschloss, ihn am Leben zu lassen und stattdessen
schwollen meine Füße vor Erregung um das Vierfache an. Ich war kurz vorm Asthmaanfall. Er durfte es nicht merken. Also machte ich kurzen Prozess.
Ich spülte ihn im Klo herunter. Ich kippte noch Domestos hinterher. Sicher ist sicher. Ich suchte danach den
Ausgang und verschwand im fahlen Abendlicht.

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