2. November 2006

Papa

59 Jahre wird er heute, der Mann, der mir das Leben schenkte und den ich seit meiner Geburt liebe. Ich wünschte mir oft, mehr so zu sein wie er. Er lacht ansteckend, er bewegt sich langsam. Wenn er früh geweckt wird, sieht er aus wie, na ja, ein kleiner Junge. Pechschwarze Haare — erst jetzt werden sie laaaangsam grau —, blaue Augen und Hände, die ich für die schönsten auf der ganzen Welt hielt, als ich klein war. Wenn ich seine Hände sehe, möchte ich am liebsten lachen und weinen. Weinen, weil sie ganz rauh und rissig von der lebenslangen, harten Arbeit sind. Lachen, weil sie meiner Schwester und mir so viel Zärtlichkeit geschenkt haben.

Mit den Worten »Wollt ihr dem Lieben Gott den Tag stehlen?« wurden meine Schwester und ich sonntags um sieben geweckt. Dann gingen wir schwimmen. Danach frühstückten wir alle zusammen und guckten uns die »Feuersteins« an. Wenn Papi lachte, wurde sein Kopf immer ganz rot, er hustete und es sah aus, als erstickte er gleich. Seit meiner Geburt ist er Zigarrenraucher, davor waren’s Zigaretten. — Leider sahen wir uns nur an den Wochenenden. Montagearbeiter. Montags ging’s um fünf Uhr los, am Freitag erst war er wieder zu Hause. Als Teenager glaubte ich, er wäre mir fremd. Heute weiss ich, dass wir uns nahe sind, es immer waren.

Mein Papi war, ist ein fürsorglicher, zärtlicher Vater. Der beste, den man sich wünschen kann.
Ich bin so froh, dass wir Dich haben, ich kann nicht in Worte fassen, wie sehr ich Dich liebe. Sei ganz fest umarmt von Deinem Sohnemann.

Den heutigen Geburtstag teilt er sich mit Burt Lancaster, Marie Antoinette, Stefanie Powers und Shahrukh Khan.
Papa mag Charles Bronson-Filme, Hunde, Kinder, scharfes Essen und seine Zigarre, wenn er spazieren geht. Das »Tanz der Vampire«-Musical hat er schon mehrmals gesehen, ansonsten schläft er im Theater meist ein. Recht hat er!

Kindergärtnerin: »Was möchtest du denn später mal werden?«
André: »Wie mein Papi.«
Kindergärtnerin: »Was ist denn dein Papi?«
André: »Sehr dick.«

Meine Mama und er kennen sich schon seit dem 3. September 1963. Sie war noch nicht ganz 13, er noch nicht ganz 16. Sie sind bis heute zusammen. Nadine und ich haben ihm heut eine Brieftasche mit Gravur geschenkt. Hoffe, sie gefällt ihm.

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3 thoughts on “2. November 2006

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